Bitcoin Conference Prag – ein Bericht

Am 13. Mai haben wir uns nach Prag begeben, um dort die Kollegen von wBTCB, Paralelní Polis und die Bitcoin Conference Prague zu besuchen. Alles in allem ein sehr erfolgreicher und spannender Trip nach Prag – hier eine kurze Übersicht:

WBTCB in Prag

WBTCB in Prag

In Prag angekommen, haben wir uns Richtung Prague Siesta Apartments aufgemacht, welches wir natürlich standesgemäß in BTC bezahlt haben. Dies war sehr zur Freude der Belegschaft, da wir die ersten Gäste waren, die eine Rechnung mit Bitcoin beglichen haben. Nach einem freundlichen Empfang und Begrüßungstrunk, haben wir eingecheckt, nur um uns gleich wieder auf den Weg zu machen. Wir wollten Jan von wBTCB einen Besuch abstatten und marschierten drauf los. Dort angekommen, wurden wir auch von Jan sehr freundlich empfangen und durften uns zwei Robocoin Bitcoin-ATMs näher ansehen, wovon einer in Betrieb war und nicht mit der originalen Robocoin-Software, sondern mit Software von General Bytes ausgestattet war. Die Maschine von Robocoin ist ein riesiges Gerät mit über 300 kg und damit um einiges schwerer als unser Gerät von Lamassu. Auf den ersten Blick macht die Verarbeitung einen guten Eindruck und durch den massiven Auftritt scheint das Gerät überhaupt für einen unbeaufsichtigten Betrieb besser geeignet als viele kleine Bitcoin-ATMs. Wir kennen die Software von Robocoin nicht aus erster Hand, jedoch machte der RCKit von General Bytes einen sehr guten Eindruck. Getestet haben wir sowohl den Kauf von Bitcoin am Automaten als auch den Verkauf, bei welchem zuerst ein Papiercoupon generiert wird, welcher später vom Gerät eingelesen wird, damit dann Geldscheine ausgegeben werden können. Erzählt wurde uns im sauber und hell gehaltenem Lokal von wBTCB, dass bald auch Geräte im Ausland, genauer gesagt in Holland, in Betrieb gehen sollen. Jan von wBTCB war auch so freundlich, uns eine Wegbeschreibung fürs “Kryptoanarchie-Institut” Paralelní Polis zu liefern.

Im Kryptoanarchie-Institut

Im Kryptoanarchie-Institut

Nach einer kurzen Fahrt mit der Prager U-Bahn und einem Fußmarsch sind wir noch rechtzeitig beim Paralelní Polis angekommen, welches uns auf den ersten Blick begeistert hat: ein alter, industriell angehauchter Bau, komplett in Schwarz gehalten und mit einer großen Bitcoinflagge an der Front wehend. Auch im Innenraum ist das Institut sehr stylish gehalten, im Erdgeschoss gibt es ein Café, in welchem man Getränke und kleine Speisen nur (!) für Bitcon erwerben kann. An der Wand hängt ein kleiner one-way Bitcoin-ATM von General Bytes, bei welchem man sich gleich mit Bitcoin versorgen kann. Verkauft werden auch T-Shirts mit diversen Aufdrucken, welche auch in Bitcoin only bezahlt werden können. Für uns wurde dann freundlicherweise extra eine kleine Tour veranstaltet: im Keller gibt es ein Makers Lab mit 3D-Druckern und einen kleinen Meetingraum. Weiter oben im ersten Stock befindet sich ein Coworking Space mit weiteren Meetingräumen, Kaffeeküche und einem wunderbaren Balkon im Innenhof. Im Dachgeschoss befinden sich Räumlichkeiten für Vorträge, etc. – auch während unserem Besuch fand dort gerade live eine Veranstaltung statt. Wir waren von Paralelní Polis sehr angetan und würden uns wünschen, einen solchen Ort auch bald in Österreich (vielleicht in Wien?) besuchen zu dürfen.

Cryptosteel: Sicher ist sicher

Cryptosteel: Sicher ist sicher

Am 14. Mai sind wir relativ früh zum Kongresscenter, um uns für die Bitcoin Conference anzumelden. Unsere Besucherbadges warteten schon, für Max war eine Speakerbadge hergerichtet. Die Bitcoin Conference Prague stellte sich als eher kleineres Event heraus, ganz im Gegensatz zur “offiziellen” Bitcoin Conference in Amsterdam im Vorjahr. Diese wurde ja bekannterweise von der Bitcoin Foundation veranstaltet, die sich mittlerweile wohl eher am absteigenden Ast befindet – zu viel Geld für Gehälter und Megaevents ausgegeben? Der kleinere und persönlichere Rahmen erinnerte mehr an die CEBE in Wien, wahrscheinlich war sogar noch etwas weniger los. Dies ermöglichte aber gleichzeitig ein sehr gutes Netzwerken und Kennenlernen von Persönlichkeiten etwa von Vaultoro, Epicenter Bitcoin und NETKI. Die Geschäftsmodelle von Vaultoro (Goldhandel mit physischem Lager in der Schweiz exklusiv für Bitcoin) und NETKI (Wallet Name Service mit der Möglichkeit für Bitcoin-Adressen z.B. im Format wallet.vornamenachname.bit oder wallet.firmaxyz.com) stellten sich als sehr spannend heraus. Wir denken, dass sich hier in Zukunft einige spannende Kooperationsmöglichkeiten ergeben werden.

Am Nachmittag durfte Max unser Projekt Bitcoinbon vorstellen. Dieses wurde sehr gut aufgenommen und vor allem in Richtung Expansion in weitere EU-Länder dürfte die Präsentation ein guter Anknüpfungspunkt gewesen sein. Nach der erfolgreichen Markteinführung in Österreich sind wir mittlerweile auf der Suche nach Kooperationspartnern etwa in Italien oder Slowenien. Insofern war auch unsere Teilnahme an der Bitcoin Conference Prague auf jeden Fall sehr wertvoll für uns. Am selben Tag gegen Abend sind wir dann per Zug zurück nach Wien gefahren, wo am nächsten Tag bereits ein gefüllter Terminkalender mit mehreren Terminen und ein Kurzbesuch in unserem Wiener Büro wartete.