Bitcoins Taproot Update erklärt

In den nächsten Monaten soll eines der bisher größten Bitcoin-Updates live gehen: Taproot. Was es mit dem Update auf sich hat und welche Vorteile und Nachteile es für Bitcoin bietet, möchten wir uns im heutigen Artikel ansehen.

Aktuell gibt es bei Bitcoin “P2SH” – sog. Pay to Script Hash Funktionen, welche Smart Contract-ähnliche Funktionen auf der Bitcoin-Blockchain ermöglichen. Zum Beispiel kann man damit definieren, dass mehrere Personen gemeinsam Bitcoins auf einer bestimmten Adresse nur beim Eintreten vordefinierter Bedingungen ausgeben können.

Das Problem: Diese Smart Contracts müssen beim einlösen in der Blockchain veröffentlicht werden. Da die Information für alle einsehbar ist kann jede/r sehen, dass es sich hier um keine “normale” Bitcoin-Transaktionen handelt und welche Bedingungen nötig waren. Dadurch verliert man einiges an Privatsphäre und man muss auch verhältnismäßig viel Mining-Fee für die Transaktion zahlen.

Schnorr-Signaturen & Taproot

Hier kommt das Taproot-Update ins Spiel: Einerseits werden Schnorr-Signaturen eingeführt, welche mehrere Bedingungen eines Smart Contracts in einem “Threshold Key” zusammengefasst, wodurch man die Transaktion nicht mehr von “normalen” Bitcoin-Transaktionen unterscheiden kann.

Und Taproot erweitert die Funktionen dieser Smart Contracts noch weiter: Zum Beispiel, um Cooperative Closes bei Lightning-Channels durchzuführen. Teilnehmer können zahlreiche neue Funktionen ausführen, und Contracts zB vor Zeitablauf schließen, wenn alle Teilnehmer dafür sind. Dies eröffnet eine Vielzahl neuer Anwendungen für Bitcoin. Daraus entstehende Vorteile: Smart Contract-Transaktionen werden anonymer und effizienter. Sie verbrauchen weniger Information auf der Blockchain, da nur noch der Treshold Key gespeichert werden muss.

Neues Adressformat

In der Praxis zeigt sich die Änderung unter anderem dadurch, dass die neuen Bitcoin-Adressen ein anderen Format haben: P2SH-Adressen beginnen zB mit einer 3, die neueren Bech32-Adressen mit “bc1q”. Neue Adressen mit Taproot werden dann mit “bc2q” beginnen. Diese neuen Adressen sind am platzsparendsten, weil sie neue Funktionen unterstützen. Durch Schnorr-Signaturen sehen “normale” Bitcoin-Transaktionen gleich wie Smart Contract-Transaktionen aus und bieten dadurch eine höhere Privatsphäre.


Potenzieller Nachteil des Updates

Taproot und seine Aktivierung könnten sich möglicherweise über längere Zeiträume ziehen: Bis alle Teilnehmer des Netzwerkes das Update implementiert haben und auch die gängigen Wallet-Anbieter ihre Software entsprechend angepasst haben, könnten noch Monate vergehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Update bringt Privatsphäre, Geschwindigkeit, geringere Transaktionsgebühren und viele neue Features und Möglichkeiten, Smart Contracts zu gestalten. Natürlich stehen diesen Vorteilen auch Nachteile gegenüber, wie die möglicherweise langwierige Einführung. Aktuell hat das Update aber die vorläufige Zusage von rund 90% der Hash-Power des Bitcoin-Netzwerkes auf seiner Seite, somit sollte Taproot innerhalb der nächsten Monate live gehen.