EU-Parlament verabschiedet strengere Regulierung von Online-Handel mit Kryptowährungen

Betreiber von Online-Handelsplattformen müssen zukünftig zugelassen und eingetragen werden. Ferner soll auch die Identität von Kunden im Rahmen der „üblichen Sorgfaltspflicht“ von Banken und Finanzhäusern gespeichert werden.

Das Europäische Parlament in Straßburg hat die fünfte Reform der Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verabschiedet und damit entscheidende Regulierungen auf den Weg gebracht. In Zukunft sollen Betreiber von Handelsplattformen die Identität der Kunden und ihrer Wallet-Adressen in einer zentralen Datenbank speichern. Ziel des EU-Parlaments ist es, die Anonymität von Kryptowährungen aufzuheben und das „Missbrauchspotenzial für kriminelle Zwecke“ einzuschränken, welches nach Meinung der EU mit dem Einsatz von Kryptowährungen verbunden ist.

In Zukunft müssen Online-Handelsplattformen alle Transaktionsbelege bis zu zehn Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung aufbewahren. Lars Sobiray von BTC-Echo merkt an, dass „die neue Richtlinie eher vage bleibt, wenn es darum geht, welche Straftaten von der EU-Analyse-Behörde Financial Intelligence Unit gespeichert werden dürfen“. Tendenziell fokussiert sich der Regulierungsansatz auf das Thema Anonymität im Allgemeinen und möchte diese bekämpfen. Anonyme Transaktionen über Prepaid-Karten sollen beispielsweise in Zukunft nur noch bis zu einem Betrag von 150 € möglich sein.

Max Tertinegg, Geschäftsführer von Coinfinity, hat bereits mehrfach betont, dass er Regulierung begrüßt, diese aber nicht einem Generalverdacht gleichkommen darf.

Die EU-Länder haben nach Inkrafttreten der neuen Richtlinie 18 Monate Zeit, um die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen. Für manche Bestimmungen gelten hingegen längere Übergangsfristen.

Zum Regulierungs-Entwurf:

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&reference=A8-2017-0056&language=DE#title1