Schnorr-Signaturen – Bitcoin Cash Hard Fork im Mai 2019 bringt neue Technologie

Im Mai steht ein weiteres großes Ereignis bei Bitcoin Cash (zwischenzeitlich „Bitcoin ABC“ genannt) an: die Implementierung von Schnorr-Signaturen und das Reaktivieren eines Features, mit dem versehentlich an SegWit-Adressen gesendete Coins wieder gerettet werden können.

Am 15. Mai ist es (mal wieder) so weit: Es wird geforkt! Und zwar bei Bitcoins bekanntester Hard Fork Bitcoin Cash. Insgesamt sind zwei Änderungen des Bitcoin-Cash-Protokolls geplant, die meiste Aufmerksamkeit dürfte wohl die Aktivierung sogenannter Schnorr-Signaturen auf sich ziehen.

Schnorr-Signaturen sind eine Art von digitaler Signatur, die in den 90er-Jahren vom deutschen Mathematiker Claus-Peter Schnorr entwickelt wurden. Diese beruhen genau wie der derzeit verwendete Signaturalgorithmus ECDSA auf elliptischen Kurven, einer Art One-way-Kryptografie, bei der man aus einem Ausgangswert einen bestimmten Wert berechnet, diese Rechnung jedoch nicht umdrehen kann. Mit elliptischen Kurven kann man vereinfacht gesagt aus einem privaten Schlüssel eine öffentliche Adresse berechnen, jedoch nicht den umgekehrten Weg zurückrechnen. Schnorr-Signaturen verhindern somit auch die sogenannte Transaction Malleability und ebnen damit den Weg für Payment-channel-Lösungen wie beispielsweise das Lightning Network. Doch halt: Lightning Network und Bitcoin Cash? Sind diese beiden Themen überhaupt vereinbar? Offenbar schon, wie hier von den Bitcoin-Cash-Entwicklern beschrieben wird.

Weitere Vorteile der Schnorr-Signaturen: MultiSig-Adressen sind damit nativ, verraten sich also nicht mehr durch eine „3“ am Beginn der Adresse. Außerdem können bei Transaktionen, die aus mehreren Inputs bestehen, die Signaturen der Inputs miteinander „verschmolzen“ werden. Transaktionen benötigen somit weniger Platz in Blöcken, wodurch sich durch kleinere Transaktionsgrößen die Skalierbarkeit und gleichzeitig durch das Verschmelzen von Inputs auch die Privatsphäre von Transaktionen erhöhen.

Coins können wieder aus dem „SegWit-Nirvana“ gerettet werden

Anfangs war es bei Bitcoin Cash möglich, versehentlich an SegWit-Adressen (die Bitcoin und nicht Bitcoin Cash angehören, jedoch das gleiche Format teilen) gesendete Coins mithilfe von Minern wieder zu „retten“. Seit dem großen Bitcoin Cash Hard Fork im November 2018 wurde dieses Feature jedoch als Nebeneffekt einer Änderung im Konsens-Mechanismus deaktiviert, wodurch solche Coins verloren waren. Die Möglichkeit, diese Coins zu „retten“, wird mit dem kommenden Hard Fork jedoch wieder aktiviert.

(Genauere Informationen von den Bitcoin-Cash-Entwicklern zu dieser Thematik findest du hier.)

Derzeit scheint in der Bitcoin-Cash-Community (von der sich im vorigen Jahr Bitcoin SV abgespalten hat) im Vergleich zum letzten Mal absoluter Konsens bezüglich des Hard Forks zu bestehen. Wir sind gespannt, ob dies auch zukünftig so bleiben wird und der Hard Fork (im Mai) wie geplant stattfinden kann.