Ethereum 2.0 – die Neuerungen und Vorteile im Überblick

Ethereum 2.0 soll die bekannten Probleme von Ethereum lösen und die Plattform somit auf ein neues Level heben. Besonders die Skalierbarkeit der Ethereum-Blockchain soll verbessert werden und auch die Sicherheit der Blockchain wird im Fokus stehen.

Ethereum 2.0 soll die bekannten Probleme von Ethereum lösen und die Plattform somit auf ein neues Level heben. Besonders die Skalierbarkeit der Ethereum-Blockchain soll verbessert werden und auch die Sicherheit der Blockchain wird im Fokus stehen.

Joseph Lubin, Co-Founder von Ethereum (ETH), gab in einem Interview mit Cointelegraph am 11. Mai bekannt, dass die Ethereum-Blockchain in 18 bis 24 Monaten etwa 1.000-mal skalierbarer als heute sein wird. Diese deutliche Steigerung der Skalierbarkeit soll durch Ethereum 2.0, auch Serenity genannt, ermöglicht werden. Die Entwicklung ist laut Lubin in 4 Phasen unterteilt und bereits voll im Gange; er hält sogar ein funktionsfähiges Ethereum 2.0 bis Ende des Jahres 2019 für realisierbar (wobei dies als sehr optimistische Schätzung zu sehen ist).

Der entscheidende Punkt des Updates ist die Änderung des Konsensmechanismus von Proof-of-Work zu Proof-of-Stake. Im Falle von Ethereum entsteht eine völlig neue Blockchain, es handelt sich aber um keinen Hard Fork im herkömmlichen Sinn. Lubin erklärte in dem Interview, dass es nach dem Update mehrere Möglichkeiten gäbe, die neue Chain mit der alten zu verbinden. Ether-Token werden in der Lage sein, sich über einen one-way smart contract von der alten zur neuen Chain zu bewegen, und es wäre laut ihm ebenso möglich, dass es in weiterer Folge sogar bidirektionale Mechanismen geben wird. Es werden jedenfalls keine neuen Ether geschaffen, es wird keinen neuen Ethersale geben, ETH werden ETH bleiben.

Ein weiteres Kernfeature von Ethereum 2.0 ist Sharding. Sharding (zu deutsch: Splitten) ist ein Konzept, bei dem eine Blockchain in verschiedene Shards (Splitter) aufgeteilt wird. Diese laufen dann gleichzeitig separat auf verschiedenen Nodes, was die Skalierbarkeit des gesamten Netzwerkes erhöht. Nun wird nicht mehr jede Transaktion von allen Nodes validiert, sondern die einzelnen Shards teilen sich diese Arbeit auf. Dadurch kann Ethereum horizontal skalieren, da nicht mehr jede Transaktion von allen Nodes bearbeitet werden muss. Kritiker der Methode merken an, dass Angreifer damit wesentlich leichter einzelne Shards übernehmen könnten, weil sie nicht die gesamte Blockchain attackieren müssten. Als Lösung dient hier eine Spielart des Zufallsprinzips, nach der bei jeder Transaktion individuell ausgewählt wird, wer welche Transaktionen bearbeiten soll. Somit können Angreifer im Vorhinein nicht sicher wissen, welche Shards sie angreifen müssen. Hier also einen double-spend (also das doppelte Ausgeben derselben Coins) zu versuchen, wäre für Angreifer sehr riskant.

Lubin ging im Interview auch auf Bedenken hinsichtlich des Proof-of-Stake (PoS) ein und erklärte, dass der Konsensmechanismus aus seiner Sicht ausreichend untersucht worden sei, um seine Funktionalität sicherzustellen, bevor die Teams mit der Umsetzung begonnen hätten. Er führte ferner aus, dass der neuen Ethereum-Chain Funktionen hinzugefügt werden, um sie mit mehr Anwendungsfällen kompatibel zu machen, wobei er private/anonyme Transaktionen als Beispiel nannte.

Mittlerweile gibt es auch ein funktionierendes Testnetz für Ethereum 2.0. Preston Van Loon, Mitbegründer der Sharding-Entwicklungsfirma Prysmatic Labs, gab vergangene Woche bekannt, dass eine Ethereum 2.0-Testnet-Beacon-Blockchain nun live ist. Benutzer können aus dem sogenannten Goerli-Testnetzwerk 3,2 GöETH (Testcoins) hinterlegen, um Transaktionen zu validieren.Während die Entwicklung von Ethereum 2.0 voranschreitet, bleibt natürlich auch das bisherige Ethereum Netzwerk nicht links liegen. Unter dem Projektnamen “Ethereum 1.x” werden auch weiterhin, parallel zur Entwicklung von 2.0, wichtige Neuerungen in der bestehenden Blockchain umgesetzt (wie zum Beispiel der voraussichtlich im Oktober anstehende Hardfork “Istanbul”).