Der Stromverbrauch von Bitcoin und warum wir eine differenzierte Debatte darüber brauchen

Der Ökonom Alex de Vries hat das Paper „Bitcoins wachsendes Energieproblem“ in der wissenschaftlichen Zeitschrift Joule veröffentlicht. Die Aufregung war riesig, viele große Medienhäuser berichteten über die Veröffentlichung und schrieben Bitcoin bereits die Zukunftsfähigkeit ab.

Nach de Vries’ Berechnungen hat das weltweite Bitcoin-Mining derzeit mindestens eine Leistung von 2,55 Gigawatt und in Zukunft wahrscheinlich bis zu 7,67 Gigawatt. Zum Vergleich: Österreich hat eine Leistung von ungefähr 8,2 Gigawatt. Die Aufregung war groß und viele sprachen Bitcoin die Zukunftsfähigkeit ab.

Der immense Stromverbrauch von Bitcoin ist unbestritten und ein Faktum. Entscheidend ist, welche Schlussfolgerungen und Implikationen man daraus zieht und vor allem, wie man den Nutzen bewertet, den das Bitcoin-Netzwerk bringt.

Stromverbrauch kann nicht generell mit Umweltbelastung gleichgesetzt werden. Der wichtige Schritt, welcher den ökologischen Fußabdruck determiniert, ist die Art und Weise der Stromerzeugung. Ob der Strom mittels erneuerbaren Energien oder fossilen Brennstoffen generiert wird, macht einen signifikanten Unterschied. Deshalb wäre es wichtig, eine weitergehende empirische Studie über den tatsächlichen Ursprung der verwendeten Energie anzufertigen.  

Anfangs sollte grundsätzlich der Sinn und Zweck eines Mediums beurteilt werden und dieser daraufhin im zweiten Schritt in Beziehung zu seine Kosten gesetzt werden. Die Frage: “Was bietet Bitcoin uns für seinen Energieverbrauch?“ bleibt bei der Debatte auf der Strecke. Für uns ist der Betrieb eines dezentralen, politisch unabhängigen, nicht zensierbaren internationalen Zahlungs- und Geldsystems eine sinnvolle Investition in eine egalitäre Zukunft.

Wir brauchen eine differenzierte Debatte über den Stromverbrauch von Bitcoin, bei dem besonders der Nutzen von Bitcoin mit in die Analyse einbezogen werden muss.