Die Vorläufer von Bitcoin – was ist neu und was gab es schon vorher?

Vor Bitcoin gab es bereits einige Projekte, die das Ziel verfolgten, Bargeld zu digitalisieren. Sie legten den Grundstein für das Bitcoin-System und seine heutige Funktionsweise. In diesem Blogeintrag schauen wir uns eine kleine Auswahl näher an.

Die Geschichte von digitalem, verschlüsseltem Geld beginnt nicht erst mit dem Whitepaper von Satoshi Nakamoto im Jahr 2008, sondern bereits 25 Jahre zuvor. Der Unternehmer und Kryptologe David Chaum beschrieb in einer Publikation im Jahr 1983 ein Zahlungssystem, welches ähnlich wie Bitcoin funktionieren sollte. Die Idee wurde später von der Firma DigiCash übernommen und dann auch umgesetzt. DigiCash sollte anonyme Transaktionen sicherstellen. Für die Verwendung war ein spezielles Programm notwendig. Die Transaktionen sollten in eine Art öffentliches Grundbuch eingetragen werden. Es gab sogar einige Use-Cases, wie beispielsweise in den Niederlanden, wo man mit DigiCash die Maut bezahlen konnte. Nach einem kurzen Hype folgte allerdings der Absturz. Die niederländische Regierung beendete das Projekt und betrachtete es als gescheitert.  

Doch David Chaums Versuch, ein digitales und dezentrales Geldsystem zu entwickeln, sollte nicht der letzte bleiben. Nick Szabo lernte aus Chaums Fehler und feilte an der Weiterentwicklung von DigiCash. Der Programmierer und Kryptograph aus Washington skizzierte 1998 ein digitales Geldsystem, welches im Nachhinein betrachtet der Funktionsweise von Bitcoin stark ähnelte. Das sogenannte BitGold war eine digitale Währung, die an Edelmetalle gekoppelt war. Gold, so Nick Szabo, habe viele Vorteile gegenüber Fiatgeld – allerdings ist auch Gold in Krisenzeiten häufig nicht vor Enteignungen durch die Regierung geschützt. Derartige Enteignungen sollten mit BitGold nicht mehr möglich sein. Das Peer-to-Peer-Netzwerk sollte Transaktionsblöcke mittels einer kryptografischen Hash-Kette bestätigen. Dies wurde mit dem Proof-of-Work-Ansatz realisiert. Doch ein entscheidendes Detail fehlte: Das Problem des Double Spending konnte nicht gelöst werden. Das Konzept wurde somit nie realisiert.

Ein weiterer Versuch, Bargeld zu digitalisieren, ging ausgerechnet von einer großen amerikanischen Bank aus. Das Projekt der Citibank sah vor, einen digitalen Dollar zu kreieren, welcher direkt zwischen Nutzern verwendet werden konnte, ohne eine dritte Instanz mit in die Transaktion einbinden zu müssen. Dieses elektronische Geldsystem sollte den Nutzern erlauben, Geld zu niedrigen Transaktionsgebühren zu versenden. Den Banken war es in diesem System vorbehalten, diese Geldeinheit zu schaffen bzw. zu schürfen. Viele sahen jedoch keinen Bedarf an digitalem Geld, da mittlerweile Online-Kreditkarten auf den Markt gekommen waren. Das Projekt wurde daraufhin eingestampft.

Wenn ihr euch näher mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir das Buch „Crypto Currency – wie virtuelles Geld unsere Gesellschaft verändert“ von Michael Casey und Paul Vigna.