ETH2 – Version 1.0 veröffentlich, ETH-Deposits für Staking nun möglich

Am 4. November 2020 ließ die Ethereum Foundation mit einem Blogpost aufhorchen: Version 1.0 wurde veröffentlicht und die ETH-Deposit-Adresse für Validatoren bekannt gegeben. Die neue Ethereum Beacon Chain soll bei ausreichend Deposits am 1. Dezember 2020 starten.

Lange musste man warten, nun ist das Update endlich da: Ab sofort kann man, sofern man 32 ETH oder mehr hält, diese an einen Deposit Contract senden. Dieser ist unter der Adresse „0x00000000219ab540356cbb839cbe05303d7705fa“ erreichbar. Die Vorteile: Bei Start der Beacon Chain kann man mit den dort gesperrten ETH Transaktionen validieren und selbst ETH verdienen. Das Update stellt somit einen wichtigen Schritt in der lange geplanten Entwicklung von Ethereum von Proof-of-Work zu einem Proof-of-Stake-basierten System dar.

Bisher wurden mehr als 50.000 ETH an die Deposit-Adresse gesendet, was bei aktueller Marktkapitalisierung mehr als 20 Millionen USD entspricht. Das klingt zwar nach sehr viel, ist aber noch weit nicht genug, um die neue Ethereum Beacon Chain zu starten: Dafür werden 16.384 Validatoren und insgesamt 524.288 ETH benötigt. Nach derzeitigen Vorhersagen sollten bis Ende November jedoch genügend ETH an den Contract gesendet werden, um ab 1. Dezember starten zu können. Sollte dies wider Erwarten nicht der Fall sein, so wird der Start laut offiziellen Infos jeweils um 7 Tage verschoben, bis ausreichend ETH auf dem Contract liegen.

Vor- & Nachteile für Validatoren

Die Leute, die nun ETH dorthin senden, können durch das Validieren von Transaktionen ETH verdienen. Die hinterlegten ETH dienen als Sicherheit, dass man als Validator ehrlich handelt und möglichst dauerhaft online verfügbar ist. Bei Verstößen gegen die Konsensregeln oder Nicht-Erreichbarkeit kann man Teile oder im schlimmsten Fall alle hinterlegten ETH verlieren. Ein Nachteil ist, dass die ETH bis zum Start von Ethereums Phase 2 in dem Contract gesperrt sind und man keinen Zugriff auf diese hat – aktuelle Prognosen gehen von mindestens 2 Jahren aus, natürlich könnte es auch wesentlich länger dauern.

Um selbst teilnehmen zu können, muss man auch nicht zwingend über mindestens 32 ETH verfügen, hier gibt es eine Auflistung von Staking-Anbietern, bei denen mit anderen TeilnehmerInnen gemeinsam auch mit kleineren Beträgen Transaktionen validieren kann (WICHTIG: Diese Seite stellt lediglich eine Auflistung dar und bietet keine Empfehlung zu vertrauenswürdigen Services – man sollte sich auf jeden Fall selbst gründlich mit möglichen Anbietern auseinandersetzen).

Das „neue“ Ethereum

Was nach dieser Neuerung noch auf das Ethereum zukommt, haben wir bereits auf unserem Blog thematisiert. Neben dem schrittweisen Umstieg auf Proof-of-Stake und Sharding soll es in den nächsten Jahren auch eine neue virtuelle Maschine für Ethereum geben. Diese soll Entwicklern mehr Freiheiten ermöglichen, indem diese eigene Ausführungsumgebungen schaffen können. Dies bedeutet, dass sie auf Shard-Chains eigene Regeln einführen können, die es z.B. bereits auf anderen Blockchains, wie Bitcoin oder Dash gibt.