Blogreihe #Geld: Monetäre Kontrollstrukturen und das Dilemma des virtuellen Geldes

In unserem zweiten Blogeintrag zum Thema #Geld gehen wir tiefer in die Thematik und schauen uns die verschiedenen Strukturen und Bedingungen an, die eine Geldeinheit erfüllen muss.

Ein Zahlungssystem besteht aus Regeln, welche bestimmen, wie Geld repräsentiert wird, wie es hergestellt wird und wie die Übertragung von Geldeinheiten durchgeführt wird. Klassische Zahlungssysteme teilen sich grundsätzlich in Bargeld und virtuelles Geld auf. Bargeld fungiert als Gedächtnis bei einem Handel zwischen zwei Menschen, die sich beispielsweise nicht kennen und deshalb nicht vertrauen und keinen Konsens darüber haben, wie eine Gefälligkeit aussehen würde, um wieder ein Gleichgewicht zwischen den beiden Individuen zu erzeugen (siehe letzter Blogeintrag). Nachteil des Bargeldes ist die räumliche Dimension – man muss sich für den Austausch begegnen. In Zeiten des Internets scheint dies nicht mehr zeitgemäß (auch bei größeren Transaktion ist Bargeld keine sinnvolle Option). Virtuelles Geld hat das Potenzial, das Problem der räumlichen Dimension zu lösen, sieht sich aber mit dem Double-Spending Problem und der Legitimität einer Transaktion konfrontiert.

Monetäre Kontrollstrukturen sind ein wesentlicher Teil einer Geldeinheit und bedingen die Legitimität dieser. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Dimensionen: Erstens muss der Geldschöpfungsprozess mengenmäßig beschränkt sein, sodass die Geldeinheit eine gewisse Seltenheit aufweist. Die Seltenheit wird im Schöpfungsprozess erreicht, welcher entweder kompetitiv oder monopolisiert erfolgen kann. Bei einer kompetitiven Geldschöpfung spielen allen voran die Grenzkosten der Schöpfung eine wichtige Rolle. Zweitens die Repräsentation einer Geldeinheit. Hier wird zwischen der physischen und der virtuellen Form unterschieden. Zuletzt gibt es noch die Transaktionsabwicklung, welche sich in drei Unterpunkte unterteilt: Die (a) Transaktionsfähigkeit stellt sicher, dass Transaktionen initiiert und Werteinheiten übertragen werden können. Die (b) Transaktionslegitimität garantiert, dass Transaktionen ausschließlich durch den Eigentümer initiiert werden können. Der (c) Transaktionskonsens gewährleistet, dass zu jedem Zeitpunkt eine eindeutige und akzeptierte Guthabenverteilung zwischen den Teilnehmern existiert. Damit soll auch das Double-Spending verhindert werden.

Physische Geldeinheiten sind grundsätzlich dezentral und erfüllen bei der Übergabe einer Geldeinheit auf eine andere Person alle Transaktionsbedingungen, da der Wert an das physische Objekt gekoppelt ist. Virtuelle Geldeinheiten mit all ihren praktikablen Vorteilen verhalten sich diesbezüglich wesentlich komplexer – sie benötigen ein Register, um die Transaktionsbedingungen erfüllen zu können. In diesem Register werden die notwendigen Informationen gespeichert sowie verwaltet. Interessant ist hier besonders die Frage nach der Funktionsfähigkeit und der Verwaltung des Registers.

Beim Euro und allen anderen geläufigen Fiatwährungen basieren die Register auf einem zentralen Transaktionsabwicklungssystem, in dem ein vordefinierter Personenkreis exklusiv mit Buchungsrechten ausgestattet ist. Diese zentrale Instanz sind die Noten- und Privatbanken, welche Transaktionsfähigkeit, -legitimität und -konsens exklusiv und zentral kontrollieren.

Die Existenz einer zentralen Transaktionsinstanz birgt zum einen ein erhebliches Missbrauchsrisiko und zum anderen eine radikale Abhängigkeit. Besonders im Kontext der Weltwirtschaftskrise 2008–2009 wurde der Satz „Too big to fail in den Medien und der Politik kontrovers diskutiert. Hintergrund dazu ist, dass die systemrelevante Position von einigen Banken in unserem jetzigen Geldsystem finanziell geschützt werden musste, um weitere Domino-Effekte im Hinblick auf die Wirtschaft zu vermeiden. Zusätzlich birgt ein zentrales System ein höheres Risiko, von kriminellen Akteuren angegriffen zu werden. Ferner ergibt sich auch die simple philosophische Frage: Inwieweit kann man von individuellem Eigentum sprechen, wenn die entsprechende Werteinheit erst durch die Zustimmung der Banken nutzbar wird bzw. de facto erst durch deren Akzeptanz einen Wert bekommt?

Das Dilemma aus den Vorteilen einer virtuellen Währung und den Nachteilen eines zentralen Registers, so schreiben Aleksander Berentsen von der Universität St. Louis und Fabian Schär von der Universität Basel, aufzulösen, galt bis 2008 als unerreichbar bzw. unmöglich.

In unserem nächsten Blogeintrag werden wir zeigen, wie es Bitcoin geschafft hat, diesem Dilemma einen Lösungsansatz entgegenzusetzen.

Die Vorläufer von Bitcoin – was ist neu und was gab es schon vorher?

Vor Bitcoin gab es bereits einige Projekte, die das Ziel verfolgten, Bargeld zu digitalisieren. Sie legten den Grundstein für das Bitcoin-System und seine heutige Funktionsweise. In diesem Blogeintrag schauen wir uns eine kleine Auswahl näher an.

Die Geschichte von digitalem, verschlüsseltem Geld beginnt nicht erst mit dem Whitepaper von Satoshi Nakamoto im Jahr 2008, sondern bereits 25 Jahre zuvor. Der Unternehmer und Kryptologe David Chaum beschrieb in einer Publikation im Jahr 1983 ein Zahlungssystem, welches ähnlich wie Bitcoin funktionieren sollte. Die Idee wurde später von der Firma DigiCash übernommen und dann auch umgesetzt. DigiCash sollte anonyme Transaktionen sicherstellen. Für die Verwendung war ein spezielles Programm notwendig. Die Transaktionen sollten in eine Art öffentliches Grundbuch eingetragen werden. Es gab sogar einige Use-Cases, wie beispielsweise in den Niederlanden, wo man mit DigiCash die Maut bezahlen konnte. Nach einem kurzen Hype folgte allerdings der Absturz. Die niederländische Regierung beendete das Projekt und betrachtete es als gescheitert.  

Doch David Chaums Versuch, ein digitales und dezentrales Geldsystem zu entwickeln, sollte nicht der letzte bleiben. Nick Szabo lernte aus Chaums Fehler und feilte an der Weiterentwicklung von DigiCash. Der Programmierer und Kryptograph aus Washington skizzierte 1998 ein digitales Geldsystem, welches im Nachhinein betrachtet der Funktionsweise von Bitcoin stark ähnelte. Das sogenannte BitGold war eine digitale Währung, die an Edelmetalle gekoppelt war. Gold, so Nick Szabo, habe viele Vorteile gegenüber Fiatgeld – allerdings ist auch Gold in Krisenzeiten häufig nicht vor Enteignungen durch die Regierung geschützt. Derartige Enteignungen sollten mit BitGold nicht mehr möglich sein. Das Peer-to-Peer-Netzwerk sollte Transaktionsblöcke mittels einer kryptografischen Hash-Kette bestätigen. Dies wurde mit dem Proof-of-Work-Ansatz realisiert. Doch ein entscheidendes Detail fehlte: Das Problem des Double Spending konnte nicht gelöst werden. Das Konzept wurde somit nie realisiert.

Ein weiterer Versuch, Bargeld zu digitalisieren, ging ausgerechnet von einer großen amerikanischen Bank aus. Das Projekt der Citibank sah vor, einen digitalen Dollar zu kreieren, welcher direkt zwischen Nutzern verwendet werden konnte, ohne eine dritte Instanz mit in die Transaktion einbinden zu müssen. Dieses elektronische Geldsystem sollte den Nutzern erlauben, Geld zu niedrigen Transaktionsgebühren zu versenden. Den Banken war es in diesem System vorbehalten, diese Geldeinheit zu schaffen bzw. zu schürfen. Viele sahen jedoch keinen Bedarf an digitalem Geld, da mittlerweile Online-Kreditkarten auf den Markt gekommen waren. Das Projekt wurde daraufhin eingestampft.

Wenn ihr euch näher mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir das Buch „Crypto Currency – wie virtuelles Geld unsere Gesellschaft verändert“ von Michael Casey und Paul Vigna.

Blogreihe #Geld: Wie entsteht und funktioniert eine Geldeinheit?

In unserem ersten Blogeintrag zum Thema #Geld erörtern wir die theoretischen Grundlagen von Geldeinheiten und versuchen, historische sowie grundlegende monetär-theoretische Aspekte in unsere kurze Betrachtung einfließen zu lassen.

Die klassische Theorie von Karl Menger aus dem Jahre 1892 beschreibt die Entstehung von Geld als einen Prozess, bei dem ein gewisses Gut mit einer hohen Marktpräsenz automatisch zum dominanten Tauschmittel wird. Die Akzeptanz eines Tauschmittels benötigt nach Menger keine exekutive oder legislative Grundlage, sondern kristallisiert sich aus gesellschaftlichen Prozessen und einer impliziten, bereits bestehenden Nachfrage nach dem Gut heraus. Diese Nachfrage ergibt sich entweder aus einem existenziellen Grund (Nahrungsmittel) oder einem zeremoniellen Hintergrund (Schmuckstück). Für frühere Geldsysteme trifft dies durchaus zu: Steine, Nutztiere und Muscheln wurden in verschiedenen Kulturen als Zahlungsmittel verwendet. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich daraus unterschiedliche Systeme entwickelt, die durch verschiedene Attribute gekennzeichnet waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bretton-Woods-System international etabliert, bei dem Währungen an Goldbestände gekoppelt waren. In den 1970er Jahren wurden im Zuge einer weitreichenden Liberalisierung Gold und Geld sukzessive entkoppelt – das Ende des Goldstandards. Seither besitzen Zentralbanken die Entscheidungskompetenz, wie viel Geld generiert werden darf/soll. Das sogenannte Fiatgeld.

In der modernen Geldtheorie wird Geld als Gedächtnis interpretiert. Der Ursprung dieser Definition liegt in der Beobachtung menschlichen Miteinanders. Speziell in der Beobachtung von sogenannten zwischenmenschlichen Gefälligkeiten, die man sich in der Familie, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft macht, für die man im Moment der Gefälligkeit aber keine Gegenleistung bekommt. Beispielsweise kann eine Einladung zu einem Mittagessen als so eine Gefälligkeit beschrieben werden. Das Charakteristische an diesen Gefälligkeiten ist, dass alle Beteiligten ihre eigene Buchhaltung der aktuellen Gefälligkeiten unterbewusst führen. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, wird dies unmittelbar zu Streitigkeiten führen: Kümmert sich immer nur eine Person um eine bestimmte Aufgabe, sagen wir den Haushalt, und die andere Person gibt nichts entsprechendes zurück, wird es in der Beziehung zwischen diesen beiden Individuen zu Unstimmigkeiten kommen.

Damit ein solches Gift-Giving-System funktioniert, braucht es einen Konsensmechanismus. In der Regel erfolgt die Einigung indem miteinander gesprochen wird und etwaige Unstimmigkeiten verbal beseitigt werden. Kann kein Konsens hergestellt werden, droht der Ausschluss aus der Beziehung bzw. das Ende des Systems. In der Praxis funktioniert so ein System besonders gut in Personengruppen, die sich gut kennen und überschaubar sind. Grund dafür ist, dass umso größer die Gruppe ist, es umso schwieriger ist, einen Konsens herzustellen. Das Gift-Giving-System hat nämlich ein Problem: Die Skalierbarkeit.

In größeren Gruppen von Menschen, beispielsweise Nationalstaaten, wird das Gift-Giving-System durch den Austausch von Geld ersetzt. Geld übernimmt in komplexen Gesellschaften die Rolle des Gedächtnisses. Geld führt Buch über den globalen Austausch von Gefälligkeiten. Geld ist Gedächtnis.

Die primären Funktionen einer Geldeinheit lassen sich unter den Begriffen Tauschmittel, Recheneinheit und Wertspeicher zusammenfassen. Hauptsächlich wird eine Geldeinheit als Tauschmittel bzw. Zahlungsmittel verwendet. Um die drei Grundfunktionen erfüllen zu können, muss eine Geldeinheit folgende Eigenschaften besitzen: Haltbarkeit, Transferierbarkeit, Teilbarkeit, Homogenität, Verifizierbarkeit, Wertstabilität und Seltenheit.

Eine Geldeinheit hat einen spezifischen Gegenwert, welcher in den einzelnen Funktionen als Orientierung fungiert. Dieser monetäre Marktwert einer Geldeinheit definiert sich aus dem Fundamentalwert, dem (zukünftigen) Zahlungsversprechen sowie der Liquiditäts- und Spekulationsprämie. Der Fundamentalwert umfasst den stofflichen Eigenwert des Objekts. Er definiert sich über den Nutzen des Objekts, welcher aus dem Konsum oder dem Besitz resultiert. Zahlungsversprechen sind Wertkomponenten, die nicht stofflich an die Geldeinheit gebunden sind. Der Wertbestandteil unterliegt einem gewissen Risiko. Kann oder will die garantierende Instanz eine Verbindlichkeit nicht erfüllen, entfällt der Wert vollständig. Liquiditäts- und Spekulationsprämien werden oft mit dem Begriff Blase beschrieben. Die Liquiditätsprämie ergibt sich aus der Option auf einen flexiblen Tausch der Geldeinheit in beliebige Güter oder Dienstleistungen. Die Spekulationsprämie resultiert aus der Option, einen Gewinn bei einem Wertanstieg zu generieren.  

Daraus ergeben sich drei idealtypische Arten von Geld: erstens das Warengeld, welches sich durch einen stofflichen Fundamentalwert definiert und zusätzlich eine Liquiditäts- und Spekulationsprämie aufweisen kann. Der Marktwert wird aber nie unter dem Fundamentalwert liegen, da – wenn jenes Gut seine Stellung als Geldeinheit verliert – es dennoch als Ware weiterbestehen kann. Zweitens das Kreditgeld, welches hauptsächlich ein Zahlungsversprechen ist und daher keinen Fundamentalwert besitzt. Drittens das Fiatgeld, welches weder einen Fundamentalwert noch ein Zahlungsversprechen beinhaltet und somit gewissermaßen aus dem Nichts entsteht. Sein Marktwert wird lediglich durch die Liquiditäts- und Spekulationsprämie definiert. Die heutzutage geläufigen Währungen wie der Euro und der US-Dollar zählen zu dieser Kategorie.

In unserem nächsten Beitrag werden wir uns den notwendigen monetären Kontrollstrukturen und den dazugehörigen Transaktionsbedingungen einer Geldeinheit widmen.

„Traut euch Bitcoin zu! Probiert es aus, experimentiert damit und macht eure Erfahrungen!”

Johannes Grill, Präsident von Bitcoin Austria, im Interview mit Coinfinity über Vorurteile gegenüber Bitcoin, den Stromverbrauch durch das Mining und die Skalierbarkeit von Bitcoin.    

Johannes Grill ist Gründungsmitglied und seit Oktober 2015 Präsident von Bitcoin Austria. Er ist seit 2011 im Bitcoin-Bereich aktiv, organisiert Veranstaltungen oder tritt als Vortragender auf. Beruflich war Johannes Grill einige Jahre als Software-Entwickler im Bereich internationaler Zahlungsverkehr tätig und ist nun seit mehr als 10 Jahren als Unternehmer mit Schwerpunkt Banken- und Finanzinformatik aktiv.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview nimmst. Starten wir gleich mit einem Zitat von Satoshi Nakamoto: „The nature of Bitcoin is such that once version 0.1 was released, the core design was set in stone for the rest of its lifetime” (Satoshi Nakamoto, 2010). Glaubst du, dass die Unveränderbarkeit von Bitcoin in Zukunft eine Schwäche sein kann?

Meiner Erfahrung nach sind diese Unveränderbarkeit und die damit garantierte Regeltreue zentrale Vorteile von Bitcoin. Willkürliche Eingriffe und das Ignorieren von Regeln kommen im bestehenden Geldsystem ja oft genug vor.

Bisher benötigte jedes System in der Menschheitsgeschichte irgendwann ein Update. Warum braucht Bitcoin keines? Oder geht es bei dieser Diskussion nicht vielmehr um die zukünftige Anwendung von Bitcoin?

Ich kann keine Sekunde in die Zukunft blicken, aber sollte sich eines Tages herausstellen, dass eine Eigenschaft von Bitcoin für alle nachteilig ist, wird sich wohl ein Konsens ergeben, diesen Punkt zu ändern. Und ohne allgemeinen Konsens hat jede Gruppe, ja, jede einzelne Person die Möglichkeit, diese Eigenschaft zu ändern und sich mit der neuen Kryptowährung dem freien Wettbewerb zu stellen.

Die Skalierbarkeit von Bitcoin ist beispielsweise ein bekanntes Problem. Gleichzeitig gibt es bereits mehrere verschiedene Lösungsansätze. Wie positionierst du dich bei dieser Diskussion?

Das Schöne an Kryptowährungen ist, dass man für eine Änderung nicht unbedingt eine Mehrheit braucht. Unterstützer von Bitcoin Cash – beseitigen wir das Problem mit größeren Blöcken – konnten dies „einfach“ umsetzen und die Rückstau-Problematik von Bitcoin einfach und schnell lösen. Jene Leute, die kleine Blocks möchten, können weiterhin Bitcoin Core nutzen und auf kommende 2nd-Layer-Technologien setzen.

Sollte Bitcoin Cash je DIE Weltwährung werden, würden jedoch verdammt große Blocks erforderlich werden und diese müssten für alle Ewigkeiten gespeichert werden. Eine wirklich nachhaltige, dauerhafte Lösung ist dies also nicht.

2nd-Layer-Technologien wie die Nutzung von off-chain payment channels beim Lightning Network erhöhen zwar die Komplexität, erscheinen mir jedoch vor allem langfristig betrachtet als die bessere Variante.

In der breiten Masse gibt es immer noch gewisse Vorbehalte, möglicherweise auch Ängste gegenüber Bitcoin. Welches ist deiner Erfahrung nach das häufigste Vorurteil gegenüber Bitcoin? Und wie begegnest du diesen Vorurteilen? Hast du möglicherweise einen Tipp?

So gut wie alle Vorurteile und Einwände gegen Bitcoin lassen sich entkräften. Das Thema ist (auch nach bald 10 Jahren) für viele Menschen immer noch sehr neuartig und als Geldform ist Bitcoin deutlich anders, als man es bisher gewohnt war. Wer willens ist und etwas Zeit investiert, um sich gut zu informieren, wird die Vorteile von Bitcoin erkennen. Seit 2011 tragen wir als Bitcoin Austria einen kleinen Teil dazu bei, diesen Menschen den Zugang zum Bitcoin-Verständnis etwas zu erleichtern.

Andererseits ist es keine Voraussetzung für den Erfolg von Bitcoin, wenn eine Mehrheit der Menschen Bitcoin (noch) nicht versteht oder kritisch sieht – es wäre nur zu deren eigenem Nachteil. Bitcoin setzt also auch in diesem Kontext stark auf Eigenverantwortung.

Manche Dinge brauchen Zeit, um zu reifen – wir Menschen sind hier oft etwas ungeduldig oder denken zu kurzfristig.

In den Medien wird der Stromverbrauch des Bitcoin-Minings häufig sehr einseitig hinsichtlich der Umweltverschmutzung diskutiert. Wie siehst du das?

Die harten Zahlen zeigen, dass wir mehr als genug Strom haben, denn die Energiepreise für Elektrizität sind in den meisten Ländern dieser Welt so günstig wie lange nicht mehr – trotz des für viele hoch erscheinenden Stromverbrauchs durch das Mining.

Im Hinblick auf die Umweltverschmutzung ist vor allem die Art der Stromerzeugung entscheidend. Nachdem die chinesische Regierung zuletzt industrielle Miner aus dem Land vertrieben hat, sind hier große Kapazitäten von chinesischem Kohlestrom zu CO2-neutraler Energieerzeugung in anderen Ländern gewandert.

Selbst große Medienhäuser wie die ZEIT oder der Standard verwenden Titel wie „Bitcoin: Der verkannte Stromfresser” bzw. vergleichen den Stromverbrauch mit Nationalstaaten. Was glaubst du, warum es hier nicht zu einer differenzierten Debatte kommt?

Ein großes Medienhaus zu sein, bedeutet noch lange nicht, dass dessen Mitarbeiter sich mit den technischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen von Bitcoin ausreichend auseinandergesetzt haben. Möglicherweise sehen sie es auch nicht als ihre Aufgabe, Qualität zu produzieren, sondern eher Quantität und hohe Klickzahlen. So übernehmen viele Medien ungeprüft Pressemeldungen der Agenturen und ergänzen sie mit reißerischen Schlagzeilen.

Es gibt in Österreich natürlich auch Journalisten, die sich aktiv mit der Materie beschäftigen und entsprechendes Know-how aufgebaut haben, aber insgesamt ist da noch viel Luft nach oben.

Aber es liegt auch an uns Bitcoin-Nutzern, -Unternehmern und -Interessensgruppen, dem unreflektierten Krypto-Bashing Information und Aufklärung entgegenzusetzen. Das ist einer der Bereiche, in denen es für die Krypto-Community sicher noch Verbesserungspotenzial gibt.

Häufig werden Kryptowährungen auch mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Verbindung gebracht. Wird Bitcoin nur von Kriminellen verwendet?

Nein, ich kenne doch einige Leute, die Kryptowährungen nutzen und keine Kriminellen sind.

Warum hält sich dieses Gerücht dann so hartnäckig bzw. warum fühle ich mich verpflichtet, diese Frage der Vollständigkeit halber zu stellen?

Vermutlich, weil man mit Bitcoin tatsächlich verbotene Dinge kaufen kann. Wobei das eine schlechte Idee ist – die Transaktion ist für alle Ewigkeit in der Blockchain gespeichert. Mit staatlichem Bargeld geht das in der Regel besser und anonymer.

Wie würdest du den durchschnittlichen/klassischen Bitcoin-User beschreiben? Was ist ihm/ihr wichtig?

Bitcoin-User und deren Motive, Kryptowährungen zu nutzen, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Den aus diesem heterogenen Haufen ermittelten Durchschnittsuser gibt es wahrscheinlich gar nicht.

Was muss sich in Zukunft in Österreich tun, damit unsere Gesellschaft und Wirtschaft „kryptofit“ wird?

Wenn man diese Frage zu Ende denkt, landet man ganz schnell bei einer Diskussion über Bildung, die schon bei Kleinkindern beginnt und bei Erwachsenen eben NICHT enden sollte.

Ganz allgemein rate ich: Traut euch Bitcoin zu! Probiert es aus, experimentiert damit und macht eure Erfahrungen!

Vielen Dank für das Interview!

Der Stromverbrauch von Bitcoin und warum wir eine differenzierte Debatte darüber brauchen

Der Ökonom Alex de Vries hat das Paper „Bitcoins wachsendes Energieproblem“ in der wissenschaftlichen Zeitschrift Joule veröffentlicht. Die Aufregung war riesig, viele große Medienhäuser berichteten über die Veröffentlichung und schrieben Bitcoin bereits die Zukunftsfähigkeit ab.

Nach de Vries’ Berechnungen hat das weltweite Bitcoin-Mining derzeit mindestens eine Leistung von 2,55 Gigawatt und in Zukunft wahrscheinlich bis zu 7,67 Gigawatt. Zum Vergleich: Österreich hat eine Leistung von ungefähr 8,2 Gigawatt. Die Aufregung war groß und viele sprachen Bitcoin die Zukunftsfähigkeit ab.

Der immense Stromverbrauch von Bitcoin ist unbestritten und ein Faktum. Entscheidend ist, welche Schlussfolgerungen und Implikationen man daraus zieht und vor allem, wie man den Nutzen bewertet, den das Bitcoin-Netzwerk bringt.

Stromverbrauch kann nicht generell mit Umweltbelastung gleichgesetzt werden. Der wichtige Schritt, welcher den ökologischen Fußabdruck determiniert, ist die Art und Weise der Stromerzeugung. Ob der Strom mittels erneuerbaren Energien oder fossilen Brennstoffen generiert wird, macht einen signifikanten Unterschied. Deshalb wäre es wichtig, eine weitergehende empirische Studie über den tatsächlichen Ursprung der verwendeten Energie anzufertigen.  

Anfangs sollte grundsätzlich der Sinn und Zweck eines Mediums beurteilt werden und dieser daraufhin im zweiten Schritt in Beziehung zu seine Kosten gesetzt werden. Die Frage: “Was bietet Bitcoin uns für seinen Energieverbrauch?“ bleibt bei der Debatte auf der Strecke. Für uns ist der Betrieb eines dezentralen, politisch unabhängigen, nicht zensierbaren internationalen Zahlungs- und Geldsystems eine sinnvolle Investition in eine egalitäre Zukunft.

Wir brauchen eine differenzierte Debatte über den Stromverbrauch von Bitcoin, bei dem besonders der Nutzen von Bitcoin mit in die Analyse einbezogen werden muss.

 

People Code Future –  Der WeAreDevelopers World Congress in Wien

Wir waren auf dem diesjährigen #WeAreDevelopers Kongress in Wien und kommen mit einem Sack voll Ideen, schönen Geschichten und neuen Kontakten zurück nach Graz.

Der #WeAreDevelopers World Congress ist die größte Entwicklerkonferenz Europas. Zu den Speakern zählten Szenegrößen wie Apple-Mitgründer Steve Wozniak, Gamingikone Brenda Romero und Andreas M. Antonopoulos, einer der weltweit bekanntesten Krypto-Autoren. Unter dem Motto “People Code Future” war die WeAreDevelopers Konferenz mit 8.000 Teilnehmern die Größte ihrer erst dreijährigen Historie.

Im Gepäck hatten wir einen Bitcoin ATM, Informationsmaterial und viel Vorfreude als wir uns am Mittwochmorgen auf den Weg nach Wien machten. Schon während des Aufbaus kamen viele Interessierte zu uns an den Stand, um sich über unsere Online-Plattform, den Bitcoinbon und unsere Bitcoin ATMs zu informieren.

Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Andreas M. Antonopoulos am Freitag. Er sprach über Anwendungsbeispiele der Blockchain und stellte die Frage in den Raum, ob es bei allen Blockchain-Projekten sinnvoll ist, diese als technologische Grundlage festzulegen. Bitcoin ist und bleibt für ihn die sinnvollste Anwendung der Blockchain.

Wir haben viele Kontakte zu neuen spannenden Projekten knüpfen können und werde nun alles daransetzen, diese auch in etwas Greifbares umzusetzen.

ARTIS startet die Public Funding Round

Das Grazer Blockchain-Projekt ARTIS startete letzte Woche nach intensiven Vorbereitungen den Public Sale der bis zum 26. Oktober 2018 läuft. Wir haben bereits in einem früheren Blogartikel über die Grundlagen des Projektes berichtet und möchten nun weitere Details erläutern.

Wie bereits erwähnt baut ARTIS auf dem Code der Ethereum-Blockchain auf und wird den Konsens-Algorithmus Tendermint verwenden. Dieser basiert auf dem Proof-of-Stake (POS) Verfahren, die Blockchain-Plattform NEO verwendet beispielsweise einen ähnlichen Algorithmus.

Im ARTIS-Protokoll sind keine klassischen Miner vorgesehen. Stattdessen wird es Trustnodes und Freenodes geben, welche Coins staken und Services bereitstellen. Trustnodes berechnen Blöcke, speichern zusammen mit den Freenodes die Blockchain und schützen somit vor Manipulationen. Freenodes betreiben Payment Channels und stellen Speicherplatz zur Verfügung. Zusätzlich gibt es noch weitere wichtige Teilnehmer im Netzwerk: die Registrare (“Partysan”). Diese sind für die anonyme Registrierung von Members (“Artisans”) zuständig. Registrare sollen feststellen, ob ein neuer User im Netzwerk ein Mensch ist und verhindern, dass sich dieser mehrfach registriert. Da es sich um eine Public Blockchain handelt, kann jeder auch ohne Registrierung mit dem Netzwerk interagieren.

Die Nodes werden mit einem modifizierten eigenständigen Parity Client betrieben. Mit diesem sollen auch die Streems abgewickelt werden. Ein Streem ist ein Zahlungsfluss; er wird durch eine Transaktion eröffnet und durch eine zweite wieder geschlossen. Transaktionen sind immer on-chain, dadurch steigt die Sicherheit und die Usability.

Beim laufenden Public Sale werden 1,5 Milliarden ATS Token von insgesamt 3 Milliarden zum Preis von 1,5 Eurocent vergeben. Dadurch ergibt sich ein Hardcap von ca. 22,5 Millionen Euro. Frühe Investoren erhalten anfangs ca. 4% Bonus-Tokens, was sich im Laufe des Public Sale sukzessive verringert.

Ende des Jahres ist geplant, das ARTIS-Mainnet zu starten, in dem man dann die ATS-Token in ARTIS-Coins umtauschen kann. Insgesamt werden maximal 21 Milliarden ATS in der ARTIS-Blockchain generiert und an Trustnodes, Freenodes, “Partysans” und “Artisans” verteilt.

Für ein Investment benötigt man Ether (Ethereum) und ein ERC20-fähiges Wallet. Bei Fragen können Sie gerne auf uns zukommen!

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://artis.eco/en/investment

EU-Parlament verabschiedet strengere Regulierung von Online-Handel mit Kryptowährungen

Betreiber von Online-Handelsplattformen müssen zukünftig zugelassen und eingetragen werden. Ferner soll auch die Identität von Kunden im Rahmen der „üblichen Sorgfaltspflicht“ von Banken und Finanzhäusern gespeichert werden.

Das Europäische Parlament in Straßburg hat die fünfte Reform der Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verabschiedet und damit entscheidende Regulierungen auf den Weg gebracht. In Zukunft sollen Betreiber von Handelsplattformen die Identität der Kunden und ihrer Wallet-Adressen in einer zentralen Datenbank speichern. Ziel des EU-Parlaments ist es, die Anonymität von Kryptowährungen aufzuheben und das „Missbrauchspotenzial für kriminelle Zwecke“ einzuschränken, welches nach Meinung der EU mit dem Einsatz von Kryptowährungen verbunden ist.

In Zukunft müssen Online-Handelsplattformen alle Transaktionsbelege bis zu zehn Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung aufbewahren. Lars Sobiray von BTC-Echo merkt an, dass „die neue Richtlinie eher vage bleibt, wenn es darum geht, welche Straftaten von der EU-Analyse-Behörde Financial Intelligence Unit gespeichert werden dürfen“. Tendenziell fokussiert sich der Regulierungsansatz auf das Thema Anonymität im Allgemeinen und möchte diese bekämpfen. Anonyme Transaktionen über Prepaid-Karten sollen beispielsweise in Zukunft nur noch bis zu einem Betrag von 150 € möglich sein.

Max Tertinegg, Geschäftsführer von Coinfinity, hat bereits mehrfach betont, dass er Regulierung begrüßt, diese aber nicht einem Generalverdacht gleichkommen darf.

Die EU-Länder haben nach Inkrafttreten der neuen Richtlinie 18 Monate Zeit, um die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen. Für manche Bestimmungen gelten hingegen längere Übergangsfristen.

Zum Regulierungs-Entwurf:

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&reference=A8-2017-0056&language=DE#title1

„Angst wäre das falsche Wort. Aber Banker können rechnen …“

Unser neuer Compliance Manager im Interview über Kryptowährungen, Banken und seine Rolle bei Coinfinity.

Matthias Reder war fast zwanzig Jahre als Leiter „Vertriebssteuerung und Marketing“ in der KREMSER BANK und Sparkassen AG sowie als Leiter „Vertriebssteuerung und Beschwerdemanagement“ bei der Raiffeisenlandesbank Burgenland tätig und unterstützt seit März 2018 das Team von Coinfinity. Er selbst bezeichnet seinen Wechsel als technologischen Meilenstein – von Valutatag zur Valutasekunde.

Gleich vorweg: Du bist von einer Bank zu einem Bitcoin-Broker gewechselt. Welche Motivation steckt hinter einer solchen Entscheidung? Bzw. wie bist du zu diesem Schritt gekommen?

Nachdem ich mich mit der Blockchain-Technologie und den Möglichkeiten der Anwendung, unter anderem dem Bitcoin, wirklich intensiv beschäftigt hatte, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass diese Technik unser aller Zukunft beeinflussen wird. Ich sah dies als einmalige Chance, in meinem Leben von Beginn an an der Entwicklung und Entstehung von etwas gänzlich Neuem dabei sein zu können.

Wo werden Kryptowährungen Banken in der Zukunft ablösen? Werden sie das überhaupt? Können die beiden Systeme zusammenarbeiten?

Ich bin der Überzeugung, dass es ein „Sowohl – als auch“ geben wird. Es wird weiterhin nationale Währungen in Papier (zumindest in Deutschland und Österreich) sowie in elektronischer Form geben.

Welche Rolle werden/können Kryptowährungen im zukünftigen internationalen/nationalen Währungssystem spielen?

International werden die Kryptowährungen aus meiner Sicht bald (in zwei bis fünf Jahren) die wichtigste Rolle einnehmen. Die geringen Kosten und die absolute Sicherheit der Blockchain sowie die sekundenschnelle Abwicklung sprechen eindeutig dafür. National werden sich noch parallele Systeme wie Instant Payment behaupten können, bis auch hier durch die Lösung der Skalierungsprobleme der Umstieg rasch kommen wird.

Was ist für dich der primäre und damit entscheidende Unterschied zwischen Kryptowährungen und Fiatgeld, also das klassische Papiergeld als Tauschmittel?

Fiatgeld kann beliebig vermehrt werden (Stichwort: „Anwerfen der Notenpresse“) – meist durch politischen Willen beeinflusst. Bitcoin hat hingegen eine fixe Geldmenge bzw. einen fixen Code zur Entstehung.

Was kann die Krypto-Welt von etablierten Banken lernen?

Zum Beispiel das sinnvolle Implementieren von Kontrollsystemen und Geschäftsprozessen. Zusätzlich sind auch besonders Compliance-Regeln ein wichtiger Baustein von seriösen Dienstleistern, so auch im Krypto-Bereich. Hier können Krypto-Anbieter viel von Banken lernen und adaptieren.

Wie würdest du den Angst-Faktor von Banken einschätzen?

Angst wäre das falsche Wort. Aber Banker können rechnen … Die Blockchain bzw. Kryptowährungen können bald das Gleiche wie SWIFT oder SEPA – nur zu einem Bruchteil der derzeitigen Kosten. Im Prinzip eine Win-win-win-Situation für den Kunden (weil geringere Spesen), die Banken (weil generell geringe Kosten) und für die Kryptowährungen (weil mit Banken der Durchbruch zur generellen Akzeptanz gelingen kann). Es wird aber Menschen geben, die ihr Leben nur mehr mit Kryptowährungen bestreiten werden, ohne je eine Bank in ihrem Leben zu brauchen. Gleichzeitig werden Kryptowährungen bald einen kostenlosen Zugang zu Finanzdienstleistungen für jeden Menschen bereitstellen können.

Du bist bei Coinfinity als Compliance Manager angestellt: Welche Themen beschäftigen dich? Wo siehst du deine Rolle bei Coinfinity? In welchen Bereichen besteht Handlungsbedarf?

Coinfinity hat bereits jetzt hohe Sicherheitsstandards, welche sich beispielsweise in der Zusammenarbeit mit der österreichischen Staatsdruckerei zeigen. Auch mit verschiedenen Verifizierungsstufen bei Kauf und Verkauf von Kryptowährungen zeigen wir, dass wir es ernst meinen. Hier bin ich dazu da, vorhandene Strukturen zu festigen und Abläufe zu konkretisieren bzw. Kontrollschritte zu implementieren. Meine jahrelange Erfahrung aus der Bankenbranche hilft hier natürlich enorm. Es gilt, Standards aus diesen wichtigen Bereichen zu etablieren. Die Technik ist ja vorhanden und muss nur auf spezifische Herausforderungen angepasst werden. Nach Etablierung dieser Standards werde ich auch für die aktive Kundenbetreuung sowie als Ansprechpartner für Banken und Behörden zuständig sein. Darauf freue ich mich besonders.

Was ist dein primäres Ziel bei Coinfinity?

Erste Reihe fußfrei dabei zu sein, wie sich ein komplett neuer Wirtschaftszweig aufbaut. Ich möchte meinen Teil zur Entwicklung dieser neuen Technologie beitragen.

Wann hast du das erste Mal von Bitcoin gehört und was waren deine ersten Gedanken/Assoziationen?

Als Banker war mein erster Gedanke: Dient rein der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Durch meine intensive Recherche im Jahr 2016 war ich aber bald von Technik und Umsetzung überzeugt.

Was hat dich damals an BTC überzeugt?

Die realistische Möglichkeit der Umsetzung – Blockchain und Abläufe waren ja schon vorhanden. Es galt nur mehr, die Umsetzung – sprich Aufklärung der Bevölkerung – voranzutreiben bzw. die Menschen kryptofit zu machen.

Was genau meinst du mit „kryptofit“?

Nur durch neutrale Aufklärung kann den Menschen die Angst und etwaige Vorurteile vor bzw. über Kryptowährungen genommen werden. Denn: Nur Wissen schützt vor Abzocke und falschen Versprechungen von unseriösen Akteuren.

Wo siehst du BTC in 10 bis 20 Jahren?

Durch die Lösung des Skalierungs- und des damit einhergehenden Transaktionskostenproblems kann Bitcoin wirklich als P2P-Money im Mikrozahlungsverkehr eingesetzt werden. Dazu ist die vollständige Etablierung des Lightning-Netzwerks notwendig. Bitcoin wird aber auch als Wertaufbewahrung immer eine wichtige Rolle spielen, analog zu Gold. Somit wird es Bitcoin auch in 10 oder 20 Jahren geben, wiewohl es andere (ev. noch gar nicht vorhandene Kryptowährungen) geben wird, die noch größer als Bitcoin werden können.

Hast du Angst, dass Bitcoin „zu Tode“ reguliert wird?

Nein, das schafft weder eine Regierung noch eine ganze Staatengemeinschaft – man wird die Ausgabestellen regulieren können, aber nicht den Bitcoin selbst.

Ist Bitcoin böse oder gut?

Neutral – wie Bargeld. Am Ende ist es der Mensch, der dem Mittel seinen Zweck zuführt.

Danke für deine offenen Antworten!

Integration von Dash in das Portfolio von Coinfinity

Coinfinity bietet ab April 2018 die Kryptowährung Dash zum Verkauf über den Bitcoinbon und seine Online-Services an.

Graz, 1. April 2018 – Coinfinity, ein österreichischer Bitcoin-Broker, freut sich, bekanntgeben zu dürfen, dass mit 1. April 2018 die Kryptowährung Dash in das Portfolio aufgenommen wird. Somit ist es ab sofort möglich, über die Online-Plattform von Coinfinity sowie über die Bitcoinbon Dash zu erwerben.

Coinfinity entwickelt Produkte rund um Bitcoin und war in Österreich oft Vorreiter: Im Jahr 2014 nahmen wir den ersten Bitcoin-Automaten in Betrieb und startete die erste Online-Plattform zum Bitcoin-Kauf, 2018 führten wir die weltweit erste Lightning-Transaktion an einem Bitcoinautomaten durch. Im Jahr 2015 starteten wir das Projekt Bitcoinbon, über das in mehr als 4.000 Verkaufsstellen Bitcoins, Ethereum sowie Litecoin gekauft werden können. Die Auswahl haben wir nun um Dash erweitert.

Dash wurde im Jahr 2014 ins Leben gerufen. Der besondere Fokus von Dash liegt auf der Funktionalität als digitales Bargeld. Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen vereint Dash alle Funktionen, die auch heutiges Bargeld bietet: kurze Transaktionszeiten, niedrige Kosten und Anonymität.

Dash ist ein sich ständig weiterentwickelndes Projekt, das alle Leistungsbringer im Netzwerk entlohnt. Miner und Masternodes erhalten je 45 Prozent der Block-Rewards. Die restlichen 10 Prozent stehen dem Projekt für Entwicklungsarbeit und Marketing zur Verfügung. Als Proof-of-Work im Mining-Prozess verwendet Dash den sogenannten X11 Hash-Algorithmus, welcher eigens von Dash entwickelt wurde. Dash gehört zu den Top-Ten-Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung und Trading-Volumen der letzten 24 Stunden (Stand 26.3.2018). Für Fragen rund um Dash in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht die vor kurzem gegründete Dash Embassy D-A-CH unter www.dash-embassy.org zur Verfügung.

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