Blogreihe #Geld: Das Dilemma des virtuellen Geldes und was Bitcoin leisten kann

Das Dilemma des virtuellen Geldes

Nachdem wir uns in den vorherigen Blogeinträgen dem Konstrukt Geld sukzessive angenähert haben, möchten wir nun die Möglichkeiten und Potenziale von Bitcoin aufzeigen. Zusätzlich beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Bitcoin die drei Transaktionsbedingungen einer Geldeinheit gewährleistet.

Bitcoin ist ein komplexes Konzept, das verschiedene Kontrollstrukturen neu miteinander verknüpft. So werden Werteinheiten kompetitiv geschöpft, virtuell dargestellt und (!) dezentral abgewickelt. Dadurch basiert Bitcoin auf einer neuen Kombination der Kontrollstrukturen. Bisher war es nicht möglich, eine kompetitiv geschöpfte und virtuell dargestellte Währung dezentral aufzubauen – ein Novum in der Geschichte des Geldes.

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Fake News und Blockchain – geht das zusammen?

Fake News bzw. Falschmeldungen sind ein Problem für die Gesellschaft. Verschiedene Blockchain-Start-ups aus aller Welt arbeiten bereits an Lösungen, die schnell und sicher Falschmeldungen identifizieren können.

Seit der US-Präsidentschaftswahl 2017 und der Brexit-Abstimmung diskutieren Medienhäuser, die Wissenschaft und die Politik immer häufiger über das Thema Fake News. Bei Fake News spricht man von manipulativen, vorgetäuschten Nachrichten, die überwiegend im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken und anderen sozialen Medien, verbreitet werden. Fake News verfolgen so gut wie immer eine politische Absicht. Solche Falschmeldungen haben das Potenzial, politische und gesellschaftliche Debatten zu vergiften und Gräben zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen entstehen zu lassen. Es ist also im gesamtgesellschaftlichen Interesse, etwas gegen manipulativ verbreitete Falschmeldungen zu unternehmen.

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Blockchain-Insel Malta – die Gründe für das rasante Wachstum der Krypto-Szene in Malta

Schon seit Längerem siedeln sich viele Krypto-Unternehmen in Malta an. Die rechtliche Sicherheit in Malta spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Max Tertinegg von Coinfinity in Malta

Copyright: MITA

Bereits 2017 konnte sich Malta durch diverse öffentliche Statements und Ankündigungen als „Blockchain-freundliche“ Insel positionieren. Dieses Image wurde durch die Ansiedlung zahlreicher Krypto-Unternehmen (auch die der weltweit größten Kryptobörse Binance im März 2018) sowie durch drei neue Blockchain-Gesetze, welche am 4. Juli 2018 verabschiedet wurden, zusätzlich gefestigt. Der maltesische Staatssekretär für Finanzdienstleistungen, digitale Wirtschaft und Innovation, Silvio Schembri, fügte der Bekanntmachung der neuen Gesetze hinzu, dass es sich um die weltweit erste Gesetzgebung handelt, die eine Rechtssicherheit im Bereich Blockchain gewährleistet. Schembri sah einen klaren Anreiz für neue Unternehmen, sich künftig auf der Insel anzusiedeln. Dass Krypto-Unternehmen in Malta durch diesen Entschluss nun mit legalen Mitteln in einem regulierten Umfeld operieren können, ließ besonders Investoren aufatmen.

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Coinfinity hält sich freiwillig an die hohen Standards der 4. Europäischen Geldwäsche-Richtlinie

Auf eigene Initiative hin hat sich Coinfinity freiwillig den hohen Standards der 4. Geldwäsche-Richtlinie verpflichtet und möchte damit ein sicheres, solidarisches und vertrauensvolles Umfeld für alle schaffen.

Mit der Umsetzung der 4. Europäischen Geldwäsche-Richtlinie in dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (Fm-GwG) bekam die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) in Österreich erstmals eine übersichtliche, allgemeingültige rechtliche Basis für ihre Aufsichtstätigkeit in Bezug auf die österreichischen Kredit- und Finanzinstitute. Dabei sollen vor allem Banken zur Verantwortung gezogen werden. Seither müssen sie bestimmten Sorgfaltspflichten, wie der Identitätsfeststellung der Kunden sowie einer Überprüfung der Mittelherkunft ab einem Barwert von 10.000 EUR und unbar von 15.000 EUR, nachkommen. Solche rechtlichen Vorgaben sind für Krypto-Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht verpflichtend.

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„Die Erkenntnis hat uns hart getroffen – jeder Trade muss versteuert werden, auch zwischen Kryptowährungen.“

Florian Wimmer, Mitgründer von Blockpit, im Interview mit Coinfinity über die Versteuerung von Kryptowährungen, die daraus entstandene Geschäftsidee von Blockpit und ihre Zusammenarbeit mit Coinfinity.

Florian Wimmer ist Mitgründer und Geschäftsführer der Blockpit GmbH, einem Unternehmen, welches sich seit 2017 mit dem automatisierten Monitoring und Auditing von Wertbewegungen auf Blockchains und dem Kryptomarkt beschäftigt. Blockpit kooperiert derzeit eng mit KPMG und dem Österreichischen Bundesministerium für Finanzen, um einen Reporting-Standard für den Kryptowährungsmarkt zu etablieren. Das Unternehmen befindet sich zudem im ersten Blockchain–Accelerator-Programm von 500 Start-ups in San Francisco und arbeitet mit mehreren Kryptowährungsbörsen und Kryptofunds weltweit zusammen. Zurzeit beschäftigt Blockpit 18 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Linz.

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Blogreihe #Geld: Monetäre Kontrollstrukturen und das Dilemma des virtuellen Geldes

In unserem zweiten Blogeintrag zum Thema #Geld gehen wir tiefer in die Thematik und schauen uns die verschiedenen Strukturen und Bedingungen an, die eine Geldeinheit erfüllen muss.

Ein Zahlungssystem besteht aus Regeln, welche bestimmen, wie Geld repräsentiert wird, wie es hergestellt wird und wie die Übertragung von Geldeinheiten durchgeführt wird. Klassische Zahlungssysteme teilen sich grundsätzlich in Bargeld und virtuelles Geld auf. Bargeld fungiert als Gedächtnis bei einem Handel zwischen zwei Menschen, die sich beispielsweise nicht kennen und deshalb nicht vertrauen und keinen Konsens darüber haben, wie eine Gefälligkeit aussehen würde, um wieder ein Gleichgewicht zwischen den beiden Individuen zu erzeugen (siehe letzter Blogeintrag). Nachteil des Bargeldes ist die räumliche Dimension – man muss sich für den Austausch begegnen. In Zeiten des Internets scheint dies nicht mehr zeitgemäß (auch bei größeren Transaktion ist Bargeld keine sinnvolle Option). Virtuelles Geld hat das Potenzial, das Problem der räumlichen Dimension zu lösen, sieht sich aber mit dem Double-Spending Problem und der Legitimität einer Transaktion konfrontiert.

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Die Vorläufer von Bitcoin – was ist neu und was gab es schon vorher?

Vor Bitcoin gab es bereits einige Projekte, die das Ziel verfolgten, Bargeld zu digitalisieren. Sie legten den Grundstein für das Bitcoin-System und seine heutige Funktionsweise. In diesem Blogeintrag schauen wir uns eine kleine Auswahl näher an.

Die Geschichte von digitalem, verschlüsseltem Geld beginnt nicht erst mit dem Whitepaper von Satoshi Nakamoto im Jahr 2008, sondern bereits 25 Jahre zuvor. Der Unternehmer und Kryptologe David Chaum beschrieb in einer Publikation im Jahr 1983 ein Zahlungssystem, welches ähnlich wie Bitcoin funktionieren sollte. Die Idee wurde später von der Firma DigiCash übernommen und dann auch umgesetzt. DigiCash sollte anonyme Transaktionen sicherstellen. Für die Verwendung war ein spezielles Programm notwendig. Die Transaktionen sollten in eine Art öffentliches Grundbuch eingetragen werden. Es gab sogar einige Use-Cases, wie beispielsweise in den Niederlanden, wo man mit DigiCash die Maut bezahlen konnte. Nach einem kurzen Hype folgte allerdings der Absturz. Die niederländische Regierung beendete das Projekt und betrachtete es als gescheitert.  

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Blogreihe #Geld: Wie entsteht und funktioniert eine Geldeinheit?

In unserem ersten Blogeintrag zum Thema #Geld erörtern wir die theoretischen Grundlagen von Geldeinheiten und versuchen, historische sowie grundlegende monetär-theoretische Aspekte in unsere kurze Betrachtung einfließen zu lassen.

Die klassische Theorie von Karl Menger aus dem Jahre 1892 beschreibt die Entstehung von Geld als einen Prozess, bei dem ein gewisses Gut mit einer hohen Marktpräsenz automatisch zum dominanten Tauschmittel wird. Die Akzeptanz eines Tauschmittels benötigt nach Menger keine exekutive oder legislative Grundlage, sondern kristallisiert sich aus gesellschaftlichen Prozessen und einer impliziten, bereits bestehenden Nachfrage nach dem Gut heraus. Diese Nachfrage ergibt sich entweder aus einem existenziellen Grund (Nahrungsmittel) oder einem zeremoniellen Hintergrund (Schmuckstück). Für frühere Geldsysteme trifft dies durchaus zu: Steine, Nutztiere und Muscheln wurden in verschiedenen Kulturen als Zahlungsmittel verwendet. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich daraus unterschiedliche Systeme entwickelt, die durch verschiedene Attribute gekennzeichnet waren.

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„Traut euch Bitcoin zu! Probiert es aus, experimentiert damit und macht eure Erfahrungen!”

Johannes Grill, Präsident von Bitcoin Austria, im Interview mit Coinfinity über Vorurteile gegenüber Bitcoin, den Stromverbrauch durch das Mining und die Skalierbarkeit von Bitcoin.    

Johannes Grill ist Gründungsmitglied und seit Oktober 2015 Präsident von Bitcoin Austria. Er ist seit 2011 im Bitcoin-Bereich aktiv, organisiert Veranstaltungen oder tritt als Vortragender auf. Beruflich war Johannes Grill einige Jahre als Software-Entwickler im Bereich internationaler Zahlungsverkehr tätig und ist nun seit mehr als 10 Jahren als Unternehmer mit Schwerpunkt Banken- und Finanzinformatik aktiv.

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Der Stromverbrauch von Bitcoin und warum wir eine differenzierte Debatte darüber brauchen

Der Ökonom Alex de Vries hat das Paper „Bitcoins wachsendes Energieproblem“ in der wissenschaftlichen Zeitschrift Joule veröffentlicht. Die Aufregung war riesig, viele große Medienhäuser berichteten über die Veröffentlichung und schrieben Bitcoin bereits die Zukunftsfähigkeit ab.

Nach de Vries’ Berechnungen hat das weltweite Bitcoin-Mining derzeit mindestens eine Leistung von 2,55 Gigawatt und in Zukunft wahrscheinlich bis zu 7,67 Gigawatt. Zum Vergleich: Österreich hat eine Leistung von ungefähr 8,2 Gigawatt. Die Aufregung war groß und viele sprachen Bitcoin die Zukunftsfähigkeit ab.

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