„Taproot“ Update: Höhere Effizienz und Privatsphäre für Bitcoin

Das Taproot-Update für Bitcoin ist in greifbare Nähe gerückt: Mittlerweile stimmt mit rund 80% der Rechenpower des Bitcoin-Netzwerkes die deutliche Mehrheit der Miner dafür. Was das Update genau bringen soll, behandelt der folgende Blogartikel

Taproot – und damit auch Schnorr-Signaturen – werden als Teil einer Softfork gebündelt eingführt. Sollte das Update (wonach es aussieht) Zustimmung einer klaren Mehrheit finden, wäre es das bedeutendste Update für Bitcoin seit der Einführung von Segregated Witness 2017.

Es ist ein Protokoll-Upgrade-Vorschlag, der ursprünglich von den bekannten Bitcoin Developern Greg Maxwell, Peter Wuille und Andrew Poelstra entwickelt wurde. Er basiert auf Schnorr-Signaturen und Merkelized Abstract Syntax Trees (MAST), um die Privatsphäre, Effizienz und Flexibilität von Bitcoin zu verbessern. Taproot zielt vereinfacht gesagt darauf ab, dass alle Transaktionen für externe Beobachter unabhängig von ihrer Zusammensetzung oder ihrem Stil gleich erscheinen.

„MultiSigs“ privatisieren

In der Bitcoin-Blockchain können Skripte verwendet werden, um eine oder mehrere Bedingungen zu erstellen, die erfüllt sein müssen, um Coins auszugeben. Eines der einfachsten Beispiele hierfür sind „MultiSig-Transaktionen“ (Mehrfachsignaturen), bei denen mehrere Parteien gleichzeitig ihre privaten Schlüssel verwenden müssen, um bestimmte Coins „freizuschalten“. Weitere Bedingungen können Zeitsperren (d.h. Coins können erst ab einem bestimmten Datum ausgegeben werden) oder eine Geheimnummer sein.

Im aktuellen Bitcoin-Protokoll sind diese Bedingungen zunächst in der Blockchain ausgeblendet und können von Dritten nicht angezeigt werden. Sobald die „geskripteten“ Coins ausgegeben sind, werden jedoch alle damit verbundenen Bedingungen für alle offengelegt – auch für diejenigen, die beim Entsperren der Coins nicht erfüllt wurden. Dies bedeutet, dass sie von jedem identifiziert werden können.

Durch die Kombination der oben genannten Konzepte ermöglicht Taproot die Anzeige komplizierter Transaktionen als reguläre Transaktionen. Neben Datenschutzvorteilen (andere Benutzer werden die Bedingungen nie kennen) wird dadurch die Rechenlast für die Blockchain verringert, sodass Entwickler komplexere Skripte mit minimierten Auswirkungen auf die Blockchain schreiben können.

Schnorr-Signaturen alleine können hingegen nur Transaktionen mit mehreren Signaturen als „normal“ erscheinen lassen. Durch das Hinzufügen von Taproot wird andererseits die Liste der Operationen erweitert, die auf diese Weise maskiert werden können, wie die Schließung eines Lightning-Kanals oder Atomic-Swaps.

(Teil-)Lösung des Skalierungsproblems

Taproot könnte auch dazu beitragen, die Skalierungsprobleme von Bitcoin zu lösen und die Transaktionsgebühren für Teilnehmer zu senken. Aktuell fallen für datenintensive Skripte höhere Transaktionsgebühren für den Aufwand an, der für deren Ausführung erforderlich ist. Da man mit Taproot diese als Standardtransaktionen für Pay-to-Public-Key-Hash (vereinfacht: Transaktion mit nur einer Signatur) maskieren und verarbeiten kann, führt dies zu niedrigeren Gebühren.

Wie Decrypt berichtete, wurden die Vorschläge von Schnorr und Taproot bereits am 15. Oktober 2020 in Bitcoin Core implementiert – aber noch nicht aktiviert. Noch ist unklar, welcher Aktivierungsmechanismus für sie verwendet wird, daher wird es einige Zeit dauern, bis der neue Code vollständig live ist. Die hohe Zustimmung seitens der Miner ist ein weiterer Faktor, der darauf hindeutet, dass das Update bald kommen dürfte.

Siehe auch:

https://decrypt.co/48844/support-for-bitcoins-taproot-upgrade-surges-to-45

https://www.theblockcrypto.com/linked/84862/bitcoin-mining-pools-taproot-schnorr