Bitcoin Core 0.20.0 releast – Die Änderungen im Überblick

Anfang Juni wurde mit Bitcoin Core 0.20.0 die neueste Version des Bitcoin-Clients releast. In diese gehen zahlreiche Änderungen ein: So ist eines der größten Updates, dass der Core-Client ab sofort automatisch native SegWit-Adressen im bech32-Format generiert. Diese sparen im Vergleich zu den bisher meist verwendeten „wrapped“ SegWit-Adressen einiges an Bytes, wodurch mehr Transaktionen pro Block und somit auch geringere Transaktionsgebühren für UserInnen möglich sind. Dies war eine Änderung, die von der Community ohnehin bereits lange erwartet wurde, da das native SegWit-Adressformat bereits seit einiger Zeit von den meisten Wallets erkannt wird.

Auch mehrere Features wurden „entrümpelt“: So konnte das Payment-Protokoll aus BIP70, obwohl dieses schon mit dem letzten Update 0.19.0 deaktiviert wurde, trotzdem noch manuell über eine Option aktiviert werden. BIP70 war eine Methode, um Transaktionen nicht über das Bitcoin-Netzwerk, sondern direkt an den Händler bzw. Zahlungsempfänger zu senden. Dies wurde von Zahlungsdienstleistern wie BitPay auch lange Zeit verwendet. Diese Option wurde nun endgültig deaktiviert.

Auch BIP61 wurde deaktiviert. Diese Funktion ist im Prinzip eine Art Nachrichtensystem, mit dem eine Node beispielsweise andere Nodes warnen konnte, dass eine Transaktion oder Block ungültig ist. Da man als Node ganz nach dem Motto „Don’t Trust. Verify“ ohnehin nicht einfach Nachrichten anderer Nodes glauben, sondern Transaktionen selbst verifizieren sollte, wurde dieses Feature nun wohl vorsichtsweise deaktiviert.

Wie Christoph Bergmann vom Bitcoinblog beschreibt, soll mit diesen Deaktivierungen wohl die Kerninfrastruktur von Bitcoin gehärtet werden, während die deaktivierten Funktionen auf andere Schichten wie das Lightning-Netzwerk migrieren. Lightning bietet z.B. Invoice-Optionen, welche das Payment-Protokoll ersetzen können und ein Nachrichten-Feature, um BIP61 ersetzen können.