Blockchain-Insel Malta – die Gründe für das rasante Wachstum der Krypto-Szene in Malta

Schon seit Längerem siedeln sich viele Krypto-Unternehmen in Malta an. Die rechtliche Sicherheit in Malta spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Max Tertinegg von Coinfinity in Malta

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Bereits 2017 konnte sich Malta durch diverse öffentliche Statements und Ankündigungen als „Blockchain-freundliche“ Insel positionieren. Dieses Image wurde durch die Ansiedlung zahlreicher Krypto-Unternehmen (auch die der weltweit größten Kryptobörse Binance im März 2018) sowie durch drei neue Blockchain-Gesetze, welche am 4. Juli 2018 verabschiedet wurden, zusätzlich gefestigt. Der maltesische Staatssekretär für Finanzdienstleistungen, digitale Wirtschaft und Innovation, Silvio Schembri, fügte der Bekanntmachung der neuen Gesetze hinzu, dass es sich um die weltweit erste Gesetzgebung handelt, die eine Rechtssicherheit im Bereich Blockchain gewährleistet. Schembri sah einen klaren Anreiz für neue Unternehmen, sich künftig auf der Insel anzusiedeln. Dass Krypto-Unternehmen in Malta durch diesen Entschluss nun mit legalen Mitteln in einem regulierten Umfeld operieren können, ließ besonders Investoren aufatmen.

Mit den drei Gesetzen schuf die maltesische Regierung einen rechtlichen Rahmen für den Umgang mit digitalen Token und ICOs. Gemeinsam mit diesen Gesetzen wurden auch neue Begriffe eingeführt: Kryptowährungen werden mit dem Begriff „Virtual Financial Assets (VFA)“, ICOs mit „VFA Offerings“ und Krypto-Exchanges als „VFA Exchanges“ beschrieben.

Das erste Gesetz, der sogenannte Malta Digital Innovation Authority Act (MDIA-Gesetz), etabliert die Malta Digital Innovation Authority und zertifiziert DLT-Plattformen (Distributed-Ledger-Technologien). Dieses Gesetz konzentriert sich auf interne Governance-Regelungen und definiert die Aufgaben sowie Zuständigkeiten der Behörde zur Zertifizierung von DLT-Plattformen, um Glaubwürdigkeit gewährleisten zu können und Rechtssicherheit für Nutzer zu schaffen. Das zweite Gesetz, der sogenannte Innovative Technology Arrangement and Services Act (ITAS-Gesetz), beinhaltet die tatsächlichen DLT-Vereinbarungen und Zertifizierungen von DLT-Plattformen. Somit befasst sich das Gesetz in erster Linie mit der Gründung von Börsen und anderen Unternehmen, die auf dem Kryptowährungsmarkt aktiv sein möchten. Und das dritte Gesetz, das als VFA (Virtual Financial Assets Act) bekannt ist, regelt verschiedene Aspekte des VFA-Bereiches (Virtual Financial Assets), wie die Regulierung von ICOs, Exchanges oder Wallet-Providern.

„Die hohen Prinzipien der Europäischen Union (EU) spiegeln sich in unseren Gesetzen wider. Wir haben diese Gesetze auch auf drei Grundprinzipien ausgerichtet – Marktintegrität, Verbraucherschutz und Industrieschutz“, erklärte Schembri. „Das letztendliche Ziel ist es, Rechtssicherheit in ein Umfeld zu bringen, das derzeit nicht reguliert ist.“

Anfang des Jahres war unser Geschäftsführer Max Tertinegg auf Einladung der Malta Information Technology Agency (MITA) in Malta und hat sich dort über die Rahmenbedingungen für Blockchain-Unternehmen informiert. Für das langfristig ausgerichtete und nachhaltige Wachstum der Krypto-Ökonomie kann sich dieser neue Rahmen durchaus als Meilenstein und als Vorzeigeprojekt etablieren. Wir blicken gespannt auf zukünftige Entwicklungen.