Das Lightning Network – das Bezahlsystem der Zukunft?

Wir haben an dieser Stelle bereits häufiger über das Lightning Network berichtet und möchten euch heute von aktuellen Entwicklungen im Netzwerk berichten.

Das Lightning Network hat sich abseits der Kursdiskussionen rund um Kryptowährungen zu einem Netzwerk mit beeindruckender Infrastruktur weiterentwickelt. Im vergangenen Jahr wurden die ersten Anwendungsmöglichkeiten für User geschaffen: Viele neue Wallets, erste Online-Shops sowie physische Stores wurden auf den Markt gebracht – mit Lightning-Bezahlung in Echtzeit. Wie man diese neue Technologie testen und wo man damit schon bezahlen kann, erfahrt ihr hier.

Sowohl für Android als auch für iOS gibt es bereits eine kleine Auswahl an Lightning Wallets. Eine der ersten am Markt war die Elair Wallet von ACINQ. Erhältlich ist sie momentan ausschließlich für Android-Geräte. Leider kann man bei dieser Wallet derzeit Bitcoin nur versenden, allerdings nicht empfangen. Anders sieht es bei der sogenannten Bitcoin-Lightning-Wallet von Anton Kumaigorodski aus. Diese gehört im Moment zu den umfangreichsten Smartphone Wallets mit Lightning-Funktion. Man kann nicht nur versenden, sondern auch empfangen. Zusätzlich ist das Speichern der Lightning Channels, auch wenn die Wallet offline ist, möglich. Dies hört sich sehr banal an, ist allerdings technisch hoch komplex. Für dieses Features wird ein sogenannter Watchtower verwendet.

Zum Durchstarten im Lightning Network benötigt man sogenannte „Funds“. Zuerst muss man Bitcoin an die jeweilige Adresse der Lightning Wallet schicken, um danach einen Payment Channel mit einer öffentlichen Node nach Wahl zu eröffnen. Dieser wird mit einem vorher vereinbarten Betrag eröffnet. Man kann frei wählen, mit wem man sich verbinden möchte. Alternativ kann man als fortgeschrittener Nutzer auch selbst eine Node betreiben. Die Eröffnung eines Channels ist technisch gesehen wie eine Transaktion, welche noch auf der Blockchain bestätigt werden muss. Nach ein bestimmten/variablen Anzahl an Transaktionen kann man mit dem Versenden der Coins per Lightning starten.

Über den Service Tippin.me (https://tippin.me/) kann man über das Lightning Network an bestimmte Organisationen spenden. Wir haben testweise eine Spende an Bitcoin Austria getätigt. Das funktioniert folgendermaßen: Zuerst erstellt man auf der Plattform eine Zahlungsanforderung (in diesem Fall an Bitcoin Austria), welche man danach einfach mit der Lightning Wallet scannen muss. Im nächsten Schritt muss ein Betrag in Höhe von mindestens einem Satoshi (0,00000001 Bitcoin) gewählt werden. Innerhalb einer Sekunde zeigt die Plattform Tippin.me an, dass die Transaktion erfolgreich durchgeführt wurde.

Jeden Tag gibt es neue Seiten, Services und Läden, die Lightning gegenüber offen sind. Mittlerweile sind schon über 700 BTC im Netzwerk, was mehr als 2 Millionen Euro entspricht. Genau Statistiken gibt es hier.

Eine weitere Möglichkeit, mit dem Lightning Network zu bezahlen, ist Bitcoinshirt.co. Hier kommen vor allem Merchandise-Liebhaber auf ihre Kosten: Von Bitcoin-Tassen und Genesis-Block-Decken bis zu Lightning-T-Shirts ist für jeden etwas dabei. Auf der Plattform Bitrefill kann man sich auch Wertkarten für beispielsweise Netflix und ähnliches kaufen.