Was hinter dem NFT-Hype steckt

Immer mehr News, bei denen bekannte KünstlerInnen, Unternehmen oder Prominente eigene NFT’s releasen und beim Verkauf große Erlöse generieren, dringen an die Öffentlichkeit: So wurde beispielsweise ein NFT des ersten Tweets, von Founder Jack Dorsey persönlich abgesetzt, für 2,5 Millionen US-Dollar versteigert. Was NFT’s eigentlich sind, welchen Mehrwert sie bieten sollen und warum sie aktuell so viel Hype generieren, möchten wir im heutigen Blogpost erörtern.

Was sind NFT’s?

NFT ist die Abkürzung für “Non-fungible token” (dt.: “nicht-austauschbare Token”). Diese können als eine Art Krypto-Sammelobjekte gesehen werden, die einzigartig und in ihrer Gesamtheit begrenzt sind. Ein bekanntes Beispiel für NFT’s sind CryptoKitties, ein Projekt, bei dem man einzigartige virtuelle Katzen sammeln und tauschen konnte, das 2017 die Ethereum-Blockchain aufgrund des hohen Transaktionsvolumens zeitweise in die Knie zwang. In den letzten Monaten sprangen immer mehr Menschen auf den Trend auf und immer mehr KünstlerInnen, MusikerInnen aber auch Promis releasen eigene NFT’s.

Wie NFT’s erstellt werden

Es gibt verschiedenste Wege, diese spezielle Art von Token zu erstellen. NFT’s gibt es auf verschiedensten Blockchain-Plattformen, für Ethereum z.B. wurden dafür eigene Standards wie ERC-1155 entwickelt. Im Prinzip wird bei Erstellung jedem NFT eine eindeutige Kennung zugewiesen, die es in der digitalen Welt einzigartig macht.

Zum Vergleich kann man zum Beispiel Bargeld heranziehen: Hier sind zwei 50 EUR-Scheine “identisch”, sprich gleichwertig, und ich kann diese untereinander tauschen, d.h. sie sind untereinander fungibel. Das ist im Falle eines reinen Zahlungsmittel natürlich von hoher Bedeutung.

NFT’s hingegen sind, wie der Name bereits erwähnt, nicht fungibel, sprich, nicht 1:1 untereinander austauschbar. Jedes NFT stellt ein einzigartiges “Sammlerstück” dar, dem eine eindeutige Kennung zugewiesen ist. 

In der Praxis ist ein Vorteil von NFT’s deshalb, dass ein/e KünstlerIn ein digital erstelltes Kunstwerk durch Hinzufügen einer Urheber-Signatur in der digitalen Welt “einzigartig” machen kann. Natürlich kann man das digitale Kunstwerk dann zum Beispiel mit einem Screenshot kopieren, das wäre jedoch in der echten Welt das Pendant dazu, einen Picasso nachzumalen: Sieht vielleicht ähnlich aus, ist aber nicht dasselbe wie das Original.

Nur temporärer Hype?

Selbstverständlich gibt es auch zahlreiche Kritik: Da beinahe tägliche Millionen-Erlöse mit der Versteigerung NFT’s erzielt werden (z.B. Jack Dorsey’s erster Tweet für 2,5 Mio. USD, Kunst der kanadischen Künstlerin Grimes für 6 Mio. USD oder der Youtuber Logan Paul, der mit NFT’s in kürzester Zeit 3,5 Millionen USD einnahm), werden warnende Stimmen immer zahlreicher.
So meinte bspw. Litecoin-Founder Charlie Lee auf Twitter, NFT’s würden ihn an den Altcoin-Hype von 2013 und den ICO-Hype von 2017 erinnern und viele würden ihren aktuellen Wert langfristig nicht halten können.

Was man letztendlich von NFT’s hält, muss jede/r für sich selbst entscheiden. Neben der Anwendung für Kunst, Musikstücke und Sammlerobjekte ist es in Zukunft auch vorstellbar, zahlreiche weitere Anwendungen für die digitale Wirtschaft, wie die Tokenisierung von Immobilien als NFT’s, zu entwickeln. Es bleibt spannend, ob sie wie die einen behaupten, bloß ein temporärer Hype sind, oder gekommen sind, um zu bleiben.