Weltwirtschaftsforum veröffentlicht Blockchain-Agenda

Das Weltwirtschaftsforum hat mit einem Pressestatement am 22. Mai zum Thema Blockchains Aufsehen erregt. Die sogenannte Blockchain Bill of Rights soll laut diesem eine globale Grundlage für die Erstellung von Blockchain-Anwendungen bilden, die die Rechte der TeilnehmerInnen respektieren sowie Daten und BenutzerInnen schützen.

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Die Agenda wurde über ein Jahr lang vom Global Blockchain Council des Weltwirtschaftsforums entwickelt, das Personen mit unterschiedlichen Interessen und Perspektiven zum aktuellen Stand und zur Zukunft der Blockchain vernetzt. Zukünftige Applikationen auf Blockchain-Basis sollen demnach 16 vordefinierte Rechte und Prinzipien berücksichtigen: Unter anderem sollen User verstehen können, wie ein verwendeter Dienst auf Blockchain-Basis betrieben wird – einschließlich potenzieller Risiken des Dienstes sowie Verfügbarkeit des Quellcodes und der Regeln und Standards, auf denen er basiert. Außerdem sollen User über die potenziellen Vorteile, aber auch die Risiken der Verwendung der Blockchain-Technologie eines Dienstes aufgeklärt werden.


Die Rechte sind in vier Säulen unterteilt:
-Transparenz & Zugänglichkeit (Recht auf Information über das verwendete blockchainbasierte System)
-Datenschutz & Sicherheit (Recht auf Datenschutz der User)
-Vermittlung & Interoperabilität (Recht, Daten zu besitzen und zu verwalten)
-Verantwortung & Kontrolle (Recht der User, die verfügbaren Rechtsmittel zu verstehen)

Alle 16 Rechtsprinzipien kann man hier nachlesen: https://www.weforum.org/press/2020/05/blockchain-principles-launched-to-preserve-and-protect-user-rights

„Unsere Mitgliedschaft im Global Blockchain Council spiegelt unterschiedliche ideologische Perspektiven darüber wider, wofür die Blockchain-Technologie geeignet ist und wohin sie geht, von Bitcoin-Maximalisten bis hin zu Unternehmensdienstleistern“, sagte Sheila Warren, Head of Blockchain and Data Policy des Weltwirtschaftsforums. „Diese unterschiedlichen Gruppen kamen zusammen und waren sich einig, dass die Blockchain-Community die Grundprinzipien benötigt, die wir heute präsentieren. Die Zustimmung aller Mitglieder zeigt trotz ihrer unterschiedlichen Perspektiven, dass ein wertebasiertes Dokument wie dieses dringend erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die Technologie ihren Wurzeln treu bleibt, wenn Blockchain-Anwendungen beginnen, zu skalieren.“ Zu den UnterstützerInnen zählen unter anderem Ethereum-Co-Founder Joseph Lubin und Brian Behlendorf, Executive Director des Hyperledger-Projekts der Linux Foundation.

Wir freuen uns über diesen internationalen Vorstoß für Datenschutz und Transparenz und sind gespannt, ob sich die Initiative mittel- und langfristig in der Praxis durchsetzen wird.