

Ich bin Paul Music, 28 Jahre alt, und seit über zehn Jahren in der Gastronomie unterwegs. 2015 hat mein Vater unser Familienrestaurant Das Delicious in Wien-Simmering eröffnet. Ein klassisches Wiener Lokal mit Schnitzel, Burgern und hausgemachtem Kuchen. Heute führen meine Schwester und ich den Betrieb gemeinsam weiter.
Mitten in der Corona-Pandemie 2020 bin ich ins Bitcoin Rabbit Hole gefallen: Zuerst hat mich der Preis angezogen, geblieben bin ich wegen der Philosophie und dem langfristigen Potenzial von Bitcoin.
Seit 2022 akzeptieren wir Bitcoin via Lightning. Angefangen als zusätzliche Zahlungsoption, hat sich Das Delicious über die Jahre zu Wiens erstem klar positionierten Bitcoin-Restaurant entwickelt. Bei uns kann man mit Euro oder Bitcoin bezahlen. Andere Kryptowährungen akzeptieren wir bewusst nicht. Der einzige Memecoin, der bei uns noch durchgeht, ist der Euro.
Bitcoin ist für uns kein Gimmick, sondern das Ergebnis einer unternehmerischen Entscheidung. In diesem Beitrag erzähle ich, wie wir Bitcoin im Restaurant integriert haben und welche Vorteile es bringt, Bitcoin zu akzeptieren.
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Die Idee, Bitcoin in das Restaurant zu integrieren, entstand bei mir nach dem Ansehen aufgezeichneter Vorträge der BTC Innsbruck 2022. Besonders hängen geblieben ist mir ein Vortrag von Bastian von Lipa über Bitcoin und Unternehmertum.
Nach diesem Vortrag hat es Klick gemacht. Zwei Tage später war alles aufgesetzt: Lipa-Wallet installiert, Personal kurz gebrieft („So erstellt man einen QR-Code, so kommt Lightning an“) und Bitcoin war live als Zahlungsoption.
Dann kam die Ernüchterung. Ein Jahr lang nutzte niemand diese zusätzliche Zahlungsoption. Das hat an meiner Motivation gezerrt.
Als dann, nach über einem Jahr, der erste Gast tatsächlich mit Bitcoin bezahlt hat, hat das etwas in mir ausgelöst. Mir war klar: Wenn ich will, dass Bitcoin genutzt wird, muss ich sichtbarer werden.
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Der erste Schritt war der Aufbau einer klaren Online-Präsenz. Ich habe eigene Profile auf X und Nostr erstellt und dort fast ausschließlich über Bitcoin gepostet. Parallel dazu begann ich, das Lokal selbst zu verändern: Bitcoin-Kunst, Poster, Figuren. Alles sichtbar platziert, nichts wurde versteckt.
Nach und nach wurden Bitcoiner auf mich aufmerksam. Einige boten mir Kooperationen an, schickten Kunstwerke oder Deko, die ich im Lokal präsentierte. (Danke dafür!)
Der wirkliche Gamechanger kam, als Gäste mir erzählten, dass sie regelmäßig zu Bitcoin-Stammtischen gehen. Ich nahm Kontakt mit den Organisatoren auf und schlug vor, das Meetup im Das Delicious abzuhalten.
Im Jänner 2024 fand das erste Meetup bei uns statt und plötzlich war das Restaurant in der Wiener Bitcoin-Szene ein Begriff.
Angetrieben von meiner Leidenschaft zu Bitcoin und den ersten Teilerfolgen ging ich den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Weitere Veränderungen wurden vollzogen:
Medien wurden aufmerksam, Berichte folgten und der Ritterschlag kam, als Niko Jilch vorschlug, eine Podcast-Folge direkt im Lokal aufzunehmen.
Heute ist das gesamte Restaurant mit Bitcoin-Kunst, Schmuck und Accessoires gestaltet. Eine treue Bitcoin-Stammkundschaft hat sich gebildet.
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Immer öfter kamen andere Unternehmer auf mich zu und baten um Rat, wie sie selbst Bitcoin integrieren können. Dabei wurde mir bewusst:
Viele hätten grundsätzlich Interesse, Bitcoin zu akzeptieren, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen.
Mein größtes Ziel ist es deshalb, KMUs zu zeigen, was passiert, wenn man einfach beginnt.
Zwischen meiner Entscheidung und der Umsetzung lagen zwei Tage. Nicht, weil alles perfekt geplant war, sondern weil ich ungeduldig war und einfach angefangen habe.
Damals habe ich mir keine Gedanken über Steuerfragen oder Buchhaltung gemacht. Mein Ziel war klar: eine lipa Wallet aufsetzen und dem Personal erklären, wie eine Zahlung funktioniert.
Ich bin ein großer Fan von „Informationsgewinn durch Handlung“. Statt alles im Vorfeld bis ins kleinste Detail durchzuplanen, halte ich es für sinnvoller, erst einmal anzufangen und sich die Fragen dann zu stellen, wenn sie tatsächlich relevant werden.
Viele Sorgen tauchen in der Praxis gar nicht erst auf. Andere lassen sich deutlich leichter beantworten, sobald man begonnen hat und vielleicht schon die ersten Sats in der Wallet liegen hat. Dann stellt sich ganz automatisch die Frage: Was nun?
Genau zu diesem Zeitpunkt kann es sinnvoll sein, einen Termin mit dem Steuerberater zu vereinbaren. Bis dahin hatten sowohl man selbst als auch der Berater Zeit, sich grundsätzlich mit dem Thema Bitcoin auseinanderzusetzen. Wichtig ist auch zu verstehen: Nach der Entscheidung, Bitcoin zu akzeptieren, bleibt ausreichend Zeit. In der Regel dauert es ohnehin, bis die ersten Bitcoin-Zahlungen eintreffen.
Was man anschließend mit den Bitcoin macht, ist eine individuelle unternehmerische Entscheidung:
Ich persönlich kaufe mir die Sats ab. Sollte die Menge an Bitcoin, die wir im Das Delicious einnehmen, irgendwann deutlich größer werden, werde ich mich erneut mit meinem Steuerberater zusammensetzen und diese Fragen neu bewerten. Bis dahin fokussiere ich mich auf das operative Geschäft und darauf, dass Bitcoin im Alltag einfach funktioniert.

Bitcoin zu akzeptieren bringt klare Vorteile:
Bitcoiner sind loyal. Sie unterstützen gerne andere Bitcoiner und sind bereit, ihre Sats auszugeben, wenn die Qualität passt. Viele nehmen dafür auch weite Wege auf sich. Zu uns kommen regelmäßig Bitcoiner aus ganz Wien. Der Standort spielt plötzlich eine untergeordnete Rolle.
Bitcoin ist außerdem eine weltweit bekannte, offene Marke. Jeder kennt den Begriff. Jeder darf ihn nutzen. Bitcoin eignet sich hervorragend für das eigene Marketing, ohne Lizenz, ohne Genehmigung.
Und wenn du selbst leidenschaftlicher Bitcoiner bist, führt die Integration von Bitcoin fast automatisch zu neuen Kontakten, neuen Beziehungen und Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt.
Ein weiterer Vorteil, der unterschätzt ist, ist die Tatsache, dass das Risiko klein ist. Man muss keine großen Investitionen vorab tätigen. Eine Wallet auf dem eigenen Smartphone reicht. Selbst wenn niemand mit Bitcoin zahlen sollte, war die Zeit nicht verschwendet, denn das Verständnis für diese Technologie ist ein Gewinn an sich.
Egal ob Gastro, Handel oder Dienstleistung: Fangt einfach an.
Installiert eine Wallet, erklärt eurem Team die Basics und lasst es laufen. Nach und nach lösen sich eure Fragen, die Community findet euch und Bitcoin wird Teil eures Alltags.
Bei uns hat es funktioniert. Und ich bin überzeugt, dass es auch bei euch funktionieren kann.
Wenn ihr in Wien seid: Kommt vorbei! Nächstes Bitcoin-Meetup: 21.01.2026 ab 18:30 Uhr.
Auch interessant: Paul postete über einen längeren Zeitraum hinweg täglich den Preis eines Schnitzels mit Beilage in Sats - hier geht's zum Thread auf X.
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