Das orange B: Die Geschichte hinter dem Bitcoin-Logo

Wie ein anonymer Forenpost zum weltweit bekannten Symbol für Freiheit wurde.

Das orange ₿ kennt heute fast jeder: von Börsen-Apps über T-Shirts bis zu Onlineshops, die es neben dem Paypal-Symbol als Zahlungsoption anzeigen. Dabei ist Bitcoin erst 17 Jahre alt. Entworfen hat das Logo jemand, dessen echten Namen bis heute niemand kennt. Und je länger man es anschaut, desto mehr steckt drin: ein umgestempelter Dollar, ein Augenzwinkern in Richtung Schriftsteller Douglas Adams und ein winziger Pixelfehler, den bis heute keiner korrigiert hat. Das ist die Geschichte des orangen B.

Von der Goldmünze zum orangen B: die drei Leben des Bitcoin-Logos

Das heutige Logo ist nicht das erste seiner Art. In den ersten 22 Monaten hatte Bitcoin zwei Vorgänger.

Im Januar 2009 veröffentlichte Satoshi Nakamoto, die anonyme Erfinderfigur hinter Bitcoin, die erste Bitcoin-Software. Das Logo zeigte eine goldene Münze mit den Buchstaben „BC” in der Mitte. Die Anlehnung an digitales Gold war bewusst gewählt, denn Bitcoin musste damals erst Vertrauen aufbauen. Dafür war es hilfreich, wenn das Neue wenigstens äußerlich wie etwas Bekanntes aussah.

Am 24. Februar 2010 postet Satoshi im Forum Bitcointalk eine Überarbeitung. Aus dem „BC" wird ein B mit zwei vertikalen Strichen, die oben und unten herausragen. Augenscheinliches Vorbild: das Symbol der thailändischen Währung Baht (฿). Die goldene Münze bleibt, die Schrift wirkt erwachsener. Wichtig für später: Satoshi stellt die Grafik ohne jede Urheberrechtsbeschränkung frei zur Verfügung.

Forum Post von satoshi

Im November 2010 postet dann ein pseudonymer User namens bitboy im selben Forum eine radikale Überarbeitung. Satoshis “B” blieb, aber die goldene Münze war weg. Stattdessen: ein weißes B auf orangem Kreis, flach, leicht nach rechts gekippt. Innerhalb weniger Wochen übernahm die Community das Design. Satoshi selbst äußert sich nie dazu. Bitboy stellte das Logo als Public Domain zur Verfügung. Jeder darf es verwenden, verändern und auch kommerziell einsetzen.

Überarbeitung von bitboy

Die Geschichte des Bitcoin Logos

Wer ist eigentlich bitboy?

Die Antwort: Niemand weiß es genau. Bitboy hat ein paar Beiträge im Bitcointalk-Forum hinterlassen, dann war er weg.

Jahre später behauptete ein User namens Phil Wilson, bei bitboys Design mitgewirkt und jede Entscheidung mit Symbolik aufgeladen zu haben. Belegen lässt sich das nicht, doch viele populäre Deutungen zu Winkel, Farbe und Form gehen auf seine Erzählung zurück. Deshalb vorweg: Die folgenden Interpretationen kursieren in der Community, und sie sind schön genug, um sie zu erzählen. Ob bitboy sie wirklich so geplant hat, weiß niemand.

bitboy stellt das Logo für jeden zur Verfügung

Warum das B schief steht und warum ausgerechnet orange?

Das orange B fällt auf, ohne laut zu sein. Wer es mit dem Lineal misst, findet hinter der simplen Optik erstaunlich viele kleine Zahlenspielereien, zu schön, um sie nicht weiterzuerzählen.

Kurz vorweg: Woher immer die 12,5 kommt

In den nächsten Absätzen taucht mehrfach die Zahl 12,5 auf. Damit es leichter zu folgen ist: 12,5 ist einfach ein Achtel, in Prozent ausgedrückt. Ein Achtel von 100 sind 12,5.

Warum gerade ein Achtel? In Bitcoin taucht die 8 an zwei technischen Stellen auf. Die kleinste Einheit heißt Satoshi und entspricht einem Hundertmillionstel Bitcoin, also 10 hoch minus 8. Und das Bitcoin-Netzwerk läuft standardmäßig auf Port 8333; ein Port ist so etwas wie ein Durchgang, über die Computer im Internet miteinander sprechen.

Ob bitboy die 12,5 bewusst als leise Anspielung auf diese Achten eingebaut hat, lässt sich nicht belegen. Es bietet sich einfach an, und genau deshalb wird es in der Community gerne so gedeutet.

Die Neigung und der Schnitt: überall die 12,5

Das B ist nicht um glatte 14 Grad gekippt, sondern um 13,888…°. Nach dem Komma kommen nur noch Achten, und das endlos. Dahinter steckt keine Magie, sondern eine Rechnung: 12,5 plus 12,5 geteilt durch 10 plus 12,5 geteilt durch 100 plus 12,5 geteilt durch 1.000, und so weiter. Die meisten Zeichenprogramme runden das am Ende auf glatte 14 Grad auf.

Wer genau hinschaut, findet die 12,5 noch ein zweites Mal: Die linke Unterseite ist nicht komplett rund, sondern hat eine winzige Schrägkante, im selben Winkel wie die Drehung, also 12,5°. Dieselbe Zahl zweimal im selben Logo. Zufall oder nicht, das lädt jedenfalls zum Weiterdenken ein.

Winkel des Bitcoin B

Warum Orange?

Ein neues Zahlungsmittel muss sich neben Platzhirschen wie Visa, Mastercard und Maestro behaupten. Bitboy entschied sich deshalb für ein kräftiges Orange. Im Druck entspricht es den leicht zu merkenden Werten 0, 50, 100, 0. Das sind die Anteile der vier Grundfarben beim Drucken: Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz.

Damit liegt das Bitcoin-Orange nah am sogenannten Safety Orange, der Warnfarbe, die man von Warnwesten oder Absperrungen kennt. Sie fällt selbst aus dem Augenwinkel auf. Genau das soll ein gutes Logo können. Für den Bildschirm hat sich der Farbcode #F7931A durchgesetzt, das Standardformat, mit dem Farben im Web angegeben werden.

Und weil es zu schön ist, um es wegzulassen: Der orange Kreis ist genau 525 Prozent so groß wie das Startquadrat der Konstruktion. Teilt man 525 durch 12,5, kommt 42 heraus. Für alle, die den Gag nicht kennen: „Per Anhalter durch die Galaxis" ist ein Kultroman von Douglas Adams aus den späten 1970er-Jahren. Darin berechnet ein riesiger Supercomputer 7,5 Millionen Jahre lang „die Antwort auf die ultimative Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest", und spuckt am Ende genau diese Zahl aus: 42. Ob bitboy das Logo wirklich bewusst so gebaut hat, ist fraglich. Aber die Community hat den Zusammenhang entdeckt und feiert ihn seitdem.

Die zwei Balken und warum sie wichtiger sind, als sie aussehen

Eine Eigenheit fällt erst bei genauem Hinsehen auf: Die beiden vertikalen Striche sind dünner als der Rest des B. Sie wirken, als gehörten sie gar nicht richtig zum Buchstaben.

Genau so liest es die Community: Das B steht nicht allein, sondern über einem Dollarzeichen mit zwei Strichen, so, wie Onkel Dagobert sein Geld immer gezeichnet bekommt. Moderne Schriftarten zeigen das Dollarzeichen meistens nur noch mit einem Strich. Das liegt an den Monitoren der 1970er-Jahre: Die hatten so wenig Auflösung, dass zwei Striche zu einem Brei verschwammen. Also ließ man den zweiten einfach weg. Bitboy griff für das Logo bewusst wieder zur klassischen Variante mit zwei Strichen.

Das Logo erzählt damit bildlich eine kleine Geschichte: Ein B sitzt über einem Dollarzeichen. Bitcoin stellt sich nicht gegen den Dollar, sondern einfach vor ihn. Ob bitboy das wirklich so geplant hat, weiß niemand. Aber das Bild passt.

Vom Forenpost zum internationalen Standard

Lange war das Bitcoin-Logo nur eine Bilddatei, die Fans auf Webseiten und in Foren herumschickten. Ab 2015 ändert sich das.

Im Oktober 2015 reicht Ken Shirriff, US-amerikanischer Programmierer und Bitcoiner der ersten Stunde, beim Unicode-Konsortium einen Vorschlag ein. Unicode ist die internationale Liste, die festlegt, welchen Code jedes Zeichen auf der Welt bekommt: jedes A, jedes $, jeder Smiley. Shirriffs Vorschlag: Das Bitcoin-Symbol soll dort einen eigenen Platz bekommen, so wie €, $, £ oder ¥. Schon im November stimmt das Konsortium zu. Offiziell freigegeben wird das Symbol am 20. Juni 2017 mit Unicode 10.0, unter der Kennung U+20BF, offiziell BITCOIN SIGN.

Unicode Bitcoin Symbol

Die Folgen merkt man heute überall. Im Februar 2019 nimmt Gboard, die Tastatur-App von Google, das Symbol auf. Im Februar 2020 hängt Twitter (heute X) automatisch ein kleines oranges B an jeden Hashtag mit #bitcoin. Ein Logo aus einem anonymen Forenpost steht damit auf Augenhöhe mit Währungssymbolen, die teils jahrhundertealt sind.

So erkennst du das Original-Logo

Das Original-Logo von bitboy hat zwei winzige „Schönheitsfehler". Beide gehen auf denselben Grund zurück: Bitboy zeichnete das Logo 2010 mit dem Programm Paint Shop Pro 7. Dort war die Funktion „Pixel Snapping" aktiv. Sie zieht Formen automatisch aufs nächste Pixel. Das sorgt für saubere Kanten, baut aber eben auch kleine Unregelmäßigkeiten ein, wenn die Form mathematisch nicht perfekt ins Raster passt.

Erstens: die asymmetrischen Innenbögen

Die beiden inneren Löcher im B sind nicht exakt gleich groß. Der untere Innenbogen ist, je nach Vergrößerung, ein bis zwei Pixel größer als der obere.

Zweitens: die kleine Zacke am Schnitt

Dort, wo die Neigung das Logo in eine orange und eine weiße Hälfte teilt, sitzt auf der Diagonale ein winziger orangener Zacken, eine kleine Spitze, die ein paar Pixel über die Kante hinausragt. Auch das ist ein Überbleibsel aus dem Pixel Snapping und fehlt in glattgezogenen Vektor-Nachbauten. Der Zacken soll das Fiatgeldsystem sinnbildlich zum Platzen bringen.

Schönheitsfehler im offiziellen Bitcoin Logo



Mehr als ein Logo

Ein anonymer Forenpost aus dem Jahr 2010 ist heute ein Symbol, das weltweit verstanden wird, ohne Marketingbudget, ohne Agentur, ohne Urheber, der Geld damit verdient. Das Logo gehört niemandem und allen zugleich. Public Domain, passend zur Idee dahinter.

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