
Ich bin Christian – und ich weiß genau, wie es sich anfühlt, bei Bitcoin nicht durchzublicken: zu viel Lärm, zu wenige klare Antworten. Wie soll man sich da zurechtfinden?
Heute betreibe ich den Bildungs-Kanal und Podcast "bitcoin ist..." – Wissen statt Fomo. Für Menschen, die noch am Anfang ihrer Bitcoin-Reise stehen.
Jede Podcast-Folge dauert maximal 5 Minuten. Jeder Artikel im Whatsapp-Kanal ist kurz und einleuchtend.
Alle Kanäle und den Podcast findest du hier: https://linktr.ee/bitcoinist
Bist du noch am Anfang deiner Bitcoin-Reise? Du bist interessiert an Bitcoin, bist aber gleichzeitig auch noch kritisch oder unsicher, was eine konkrete Investition angeht? Das ist verständlich.
Die Medien haben immer ihr Bestes gegeben, Bitcoin in wenig vorteilhaftes Licht zu rücken. Die Vorwürfe waren lange Zeit die gleichen: zu hoher Stromverbrauch, Verwicklungen in organisierte Kriminalität und Geldwäsche, kein echter Nutzen, kein innerer Wert. Wenn man diesen Eindruck erstmal mitgenommen hat, ist es schwierig, das ganze Thema wieder neutral zu betrachten.
Dennoch hat sich in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung von Bitcoin auch vieles zum Positiven gedreht: Institutionen und Unternehmen kaufen Bitcoin, Staaten denken über Bitcoin als Reserve nach und in den jüngsten Ereignissen der Geschichte akzeptiert der Iran nun ausschließlich Bitcoin als Zahlungsmittel für die Freigabe von Öltransporten durch die Meerenge von Hormus. Ein sehr deutliches Signal, was den freien Handel angeht - Bitcoin rückt als unzensierbares Geld in den Fokus von Staaten, die handlungsfähig bleiben wollen. In einer Welt, die zunehmend von Konflikten und damit einhergehend auch Handelsbeschränkungen und Sanktionsversuchen betroffen ist, spielt Bitcoin einfach nur seine eigenen Spielregeln und kümmert sich nicht weiter darum.
Was also könnte jetzt noch dagegen sprechen, Bitcoin zu kaufen? Aus Sicht so mancher User in sozialen Medien ist die Antwort sehr einfach: Bitcoin sei schlicht zu volatil. Es habe keine inneren Wert und es könne deshalb niemals Geld sein. Es gleiche eher einem Schneeballsystem: Wer Bitcoin kauft, suche nur einen Dümmeren, der es ihm teurer wieder abkaufen würde - das sei alles.
Oft schon habe ich solche Kommentare gelesen und war ehrlich gesagt voller Verständnis! Denn ich habe selbst lange gebraucht, um zu verstehen, was Bitcoin ist und wie es wirklich funktioniert. Ich habe Anfangs keinen Unterschied zwischen Bitcoin und den tausenden anderen Kryptowährungen erkennen können. Was steht einem da eigentlich im Weg? Durch welche Brille betrachtet, lässt sich das alles einfacher begreifen?
Mein Vorschlag: verstehe zuerst, dass du eine bestimmte Perspektive auf das Thema hast und benenne sie. Die Frage lautet also: "Was ist Bitcoin deiner Meinung nach?" Und du darfst zwischen folgenden Antworten auswählen:
Bitcoin ist ...
1. eine digitale Münze (oberflächliche Erklär-Ebene)
2. ein Schneeballsystem ohne Wert (skeptische Ebene)
3. ein interessantes, neuartiges Asset (Investitions-Ebene)
4. ein Netzwerk (technische Ebene)
Es gibt natürlich mehr Perspektiven auf Bitcoin als nur diese vier genannten. Aber für Einsteiger sind diese vier meiner Meinung nach typisch - wobei die vierte Ebene meistens bei Menschen mit Vorwissen und Interesse an IT zu finden ist. Wenn deine Antwort nun 1, 2, oder 3 lautet, dann empfehle ich dir dringend, diesen Artikel weiterzulesen!
Denn deine aktuelle Perspektive auf Bitcoin entscheidet über die weitere Lernkurve. Und genau da möchte ich gerne ansetzen, falls du auch einer derjenigen sein solltest, die mit IT und Netzwerken bisher wenig bis nichts zu tun hatten. Spoiler: es wird trotzdem kein technischer Artikel - es bleibt einsteigerfreundlich!
Was ist denn nun Bitcoin? Trotz der genialen technischen Funktionsweise, haben viele Einsteiger nicht das Netzwerk als Essenz von Bitcoin im Kopf - sondern bitcoin im Sinne einer abstrakten, digitalen Münze. Meine Beobachtung ist nun aber diese: Wer bei bitcoin an eine digitale Münze denkt, denkt auch viel eher an den bitcoin-Preis (in Dollar oder Euro). Und wer nur den Preis sieht, reagiert emotional – entweder gierig oder ablehnend. Bitcoin ruft dadurch so extrem polarisierende Meinungen hervor, weil die meisten Menschen es nur als digitale Münze sehen und nur über den Preis bewerten. Diese Sichtweise verzerrt jedoch den Blick auf das eigentliche Wesen und damit den Wert von Bitcoin.
Ein Vergleich: Stell dir vor, das Internet wäre nicht nur eine Infrastruktur, die du nutzen, sondern auch besitzen kannst. Wie würde man das Internet zu einem "kaufbaren" Asset machen? Man würde eine digitale Münze erschaffen, um den Wert teilbar und handelbar zu machen. Der Name dieser digitalen Münze wäre vielleicht "Internet-Coin".
Du hast also einerseits das Internet als Netzwerk, das als Grundlage für freie Information und globalen Handel dient und andererseits den dazugehörigen Token, der einen handelbaren Preis repräsentiert. Genau so ist es bei Bitcoin auch. Man unterscheidet zwischen Bitcoin (großgeschrieben) - dem Netzwerk und bitcoin (kleingeschrieben) - der digitalen Münze. Einerseits ist bitcoin also tatsächlich nur eine digitale Münze. Aber was wäre bitcoin, die digitale Münze, ohne Bitcoin, das Netzwerk? Und was wäre der Internet-Coin ohne das Internet? Was würdest du über Menschen denken, die den Wert des Internet-Coin nur anhand von Aktienunternehmen wie Google, Meta oder Microsoft bewerten? Natürlich haben solche Unternehmen großen Einfluss darauf, wie das Internet genutzt wird. Aber sie sind nicht das Internet.
Der Internet-Coin hat zwar einen Preis - aber dieser Preis ist nicht der Wert! Diese Trennung ist enorm wichtig. Der Wert unseres fiktiven Internet-Coin leitet sich ab vom Internet selbst als extrem praktische, skalierbare und global zugängliche Infrastruktur. Bei hoher Nutzung folgt der Preis automatisch - denn der Preis spiegelt lediglich den Nutzwert des Internets wider.
Jemand, der Anfang der 2000er einen "Internet-Coin" als Investment beworben hätte, wäre damals wahrscheinlich mit Pagern und Faxgeräten beworfen worden. Kaum jemand hätte damals das Potenzial und die Skalierbarkeit des TCP/IP Netzwerks so hoch eingeschätzt, wie es das damals bereits verdient hätte, noch bevor Amazon und Google überhaupt am Markt waren.
Wir haben also nun gelernt: der Preis des bitcoin (der Token bzw. die digitale Münze) folgt der Nutzung des Bitcoin (Netzwerk) - und nicht umgekehrt! Sollte beispielsweise die Nutzung des Internets großflächig nachlassen, dann würde der Preis des Internet-Coin auch nach unten folgen. Warum schwankt der bitcoin-Preis dann manchmal so extrem? Bedeutet das, dass das Netzwerk schwankt?
Nein, ganz im Gegenteil. Im Netzwerk ist seit 2009 so ziemlich alles gleich geblieben. Kurzfristige Volatilität entsteht, weil Nachrichten und globale Ereignisse durchaus noch einen Impact haben - allerdings nicht auf das Netzwerk selbst, sondern auf die Psychologie der Massen. Denn das, was der bitcoin-Preis repräsentiert, ist für einen Großteil der Menschen durch die bereits angesprochene Perspektive der digitalen Münze damit eher im Bereich eines spekulativen Assets angesiedelt.
Wenn viele Käufer durch einen steigenden Preis angezogen werden, entstehen dann Spekulationsblasen. Im Zuge einer Korrektur springen dann viele panisch wieder ab und verkaufen - denn sie können den Wert hinter Bitcoin (noch) nicht einschätzen.
Was würden wir jetzt mit der neu gewonnenen (Netzwerk-) Perspektive dazu sagen, wenn es um unseren Internet-Coin ginge? Dann würden wir wahrscheinlich nur mit dem Kopf schütteln und sagen: "Was haben die denn alle? Das Internet funktioniert doch richtig gut und wir können immer noch unsere E-Mails um den ganzen Globus schicken." Wir würden nicht mehr auf kurzfristige Volatilität achten, weil wir sehen, dass das Netzwerk selbst absolut robust da steht und funktioniert. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Bitcoin-Netzwerk eine respektable Uptime von 99,99% vorweisen kann - seit dem Beginn 2009 ist es also beinahe durchgängig verfügbar.
Natürlich muss ich jetzt bei dem ständigen Internetvergleich noch etwas auflösen. Da bleibt nämlich noch eine wichtige Frage: Beim Internet als Netzwerk haben wir einen sofort ersichtlichen Mehrwert. Wir können damit arbeiten, bestellen, versenden, empfangen und konsumieren. Was ist denn aber der Mehrwert des Bitcoin-Netzwerks? Was genau können wir damit konkret machen?
Ich bin froh, dass du diese Frage gestellt hast! Denn hier werde ich wieder eine Erklärung geben, die nicht zu technisch wird und dir hoffentlich den entscheidenden Perspektivwechsel ermöglicht. Und ganz ehrlich: Als ich das verstanden habe, konnte ich ein paar Nächte lang nicht einschlafen - weil Bitcoin tatsächlich die Welt auf den Kopf stellen könnte. Aber nun alles der Reihe nach.
Der Nutzen von Bitcoin ist laut dem Erfinder Satoshi Nakamoto einfach nur ein digitales, dezentrales Geld, das sich ohne Erlaubnis einer Drittpartei global versenden lässt. Das klingt nun erstmal nicht spektakulär. Bis man begreift, dass es das wirklich bisher noch nicht gab. Die Tragweite eines Bezahlsystems, dass ohne zentrale Autorität funktioniert, ist noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen. Dabei wirkt der aktuelle Fall mit Öltankern im Iran, die die Ausfahrt in bitcoin zahlen sollen, wie ein lautes Klopfen an die Türen der SWIFT-Zentrale: "Hallo, ist da jemand drin? Jemand, der uns vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen hat? Also wir benutzen jetzt einfach bitcoin...". Wir sollten uns also als erstes merken, dass das Bitcoin-Netzwerk zensurresistente und finalisierte Zahlungen für alle ermöglicht. Für alle! Also Individuen, Unternehmen, Sportvereine, Staaten - oder Öltanker. Ohne Bank, ohne Notar und ohne Möglichkeit, es rückgängig zu machen!
Der zweite Nutzen, den wir uns anschauen ist ebenfalls eine absolut bahnbrechende Funktion, die sehr eng mit dem oben erwähnten Nutzen der zensurresistenten Zahlungen zusammenhängt. Denn wenn Zahlungen ohne Bank und ohne zentrale Autorität welcher Art auch immer funktionieren, wie kann ich dann vertrauen, dass die Zahlungen wirklich ankommen? Irgendwem muss ich doch immer vertrauen, oder? Dazu ein ganz klares: Nein!
Denn folgendes Prinzip wohnt Bitcoin inne: don't trust - verify. Dieses Prinzip zieht sich durch das gesamte Netzwerk hindurch. Bitcoin ist kein Vertrauenssystem, sondern ein Überprüfungssystem. Die Blockchain speichert alle jemals getätigten Transaktionen. Die Blockchain wird aber nicht zentral, sondern dezentral gespeichert. Auf zehntausenden sogenannten 'Full Nodes', die bei Privatpersonen oder Unternehmen Tag und Nacht laufen. Jeder, der eine Full Node betreibt, kann alle Transaktionen und Daten, die in die Blockchain aufgenommen wurden (und auch die Gesamtmenge aller im Umlauf befindlichen Bitcoin) prüfen. Man kann so ohne Drittpartei alle Transaktionen selbst verifizieren - da man mit einer Node selbst zu einem Teil des Netzwerks wird!
Wenn du bis hierher gelesen hast, hat sich deine Antwort vielleicht schon leicht verschoben. Vielleicht siehst du Bitcoin noch immer kritisch – das ist vollkommen in Ordnung. Aber vielleicht fragst du dich jetzt zum ersten Mal: Was wäre, wenn das Netzwerk wirklich das ist, was es verspricht?
Ich konnte jedenfalls ein paar Nächte lang nicht schlafen, als ich es verstanden hatte.
Nicht wegen des Preises. Sondern wegen der Frage, die danach kommt: Was bedeutet das - für Geld, für Vertrauen, für uns alle? Bitcoin hat keine zentrale Stelle, die man abschalten könnte. Keine Serverfarmen, kein Hauptquartier, kein Single-Point-of-Failure. Bitcoin läuft einfach immer weiter. Block für Block. Niemand konnte es bisher stoppen. Weil es unaufhaltbar ist. Weil das Netzwerk dezentral funktioniert – auf zehntausenden unabhängigen Nodes rund um die Welt.
Die Perspektive ist entscheidend. Wer Bitcoin als digitale Münze sieht, sieht den Preis. Wer Bitcoin als Netzwerk sieht, sieht etwas, das unaufhaltbar unsere Welt verändert.
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