Bitcoin, Zeitpräferenz und freie Märkte: Interview mit Luca Rolle

In diesem Interview spricht Luca Rolle darüber, wie ihn die Österreichische Schule geprägt hat, welche Rolle Bitcoin in einem freien Markt einnimmt und welche Anreize unser Geldsystem für individuelles Verhalten setzt. Außerdem geht es um Zeitpräferenz, Social Media und die Frage, wie ein digitales Umfeld in einem Bitcoin-Standard aussehen könnte.

Luca Rolle im Portrait

Ich bin Luca Rolle, besser bekannt als “Finanzhacker”

  • 1.6 Mio Follower auf Social Media (Top 5 der größten Finfluencer in DACH)
  • Gründer & Geschäftsführer von Social Seed 
  • Bekennender Bitcoiner & Anti-Etatist ;-)

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Fragen & Antworten

Hallo Luca, erinnerst du dich an deinen ersten bewussten Berührungspunkt mit Bitcoin?
Was hat dich damals so überzeugt, dass du dich intensiver damit beschäftigt hast?

Tatsächlich 2017 in der Berufschule. Ein Klassenkamerad erzählte von IOTA und Bitcoin. Ich hatte keine Ahnung, wie ich Bitcoin kaufen konnte und habe ihn darum gebeten, es mir zu zeigen.Trotz mehrfachem Nachfragen, hat er es immer wieder aufgeschoben, sodass ich es wieder aus den Augen verloren habe. (Leider)

Wenn dich heute jemand fragt: „Was ist Bitcoin?“ – wie erklärst du es in deinen eigenen Worten? Und was ist Bitcoin aus deiner Sicht ganz klar nicht?

Bitcoin ist ein Schutz vor Idioten, die idiotische Entscheidungen treffen.

Bitcoin ist keine Option, sondern ein Schutzschild. Wer nichtmal 1% Schutzschild hat, läuft nackt ins Feuergefecht.

Du beziehst dich häufig auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie.
Welche Idee daraus hat dein Denken am stärksten geprägt?

Dass es keinen objektiven Wert gibt, sondern Wert immer subjektiv und stark kontextuell zu betrachten ist.

Viele Vertreter der Österreichischen Schule sprechen davon, dass Geld am freien Markt entspringt. Inwiefern siehst du Bitcoin als marktwirtschaftliche Lösung für das Geldproblem?

Ich bin ein Verfechter freier Märkte. Wieso sollte es also nicht auch einen freien Markt für Geld geben? Das beste Geld setzt sich zwangsläufig immer durch. Bitcoin bringt alle Eigenschaften eines guten Geldes mit, abgesehen von der Volatilität, die aber aufgrund des Alters von Bitcoin völlig normal ist und sich immer mehr legen wird.

Du sprichst oft über Anreize. Welche Anreize setzt aus deiner Sicht ein inflationäres Geldsystem – und wie unterscheiden sie sich von den Anreizen eines harten Geldes?

Ich denke das liegt auf der Hand: Inflationäres Geld fördert Konsum bzw. eine hohe Zeitpräferenz. Aber nicht nur das! Inflationäres Geld hat viele Auswirkungen, die sich erst später zeigen → Raffgier & Betrug, bspw.

Zeitpräferenz ist ein zentrales Konzept der Österreichischen Schule. Beobachtest du einen Zusammenhang zwischen unserem Geldsystem und Phänomenen wie Social Media, permanenter Reizüberflutung oder kurzfristigem Denken?

Absolut! Eine hohe Zeitpräferenz zu haben geht Hand in Hand mit Überkonsum, Reizüberflutung, Gier und vielen weiteren negativen Eigenschaften.

Angenommen, wir würden in einem Bitcoin-Standard leben: Glaubst du, dass sich Social Media Plattformen strukturell verändern würden? Wenn ja, in welche Richtung?

Ich kann mir vorstellen, dass wertvoller Content deutlich stärker performen würde und „Brainrot“ abnimmt. Mit einem Geldsystem, das für statt gegen sie arbeitet, hätten Menschen weniger Anreiz, der Realität zu entfliehen und sich von belanglosem Content berieseln zu lassen.

Wenn wir über Social Media und Meinungsfreiheit sprechen: Glaubst du, dass echte Meinungsfreiheit langfristig nur durch offenen, überprüfbaren Code möglich ist? Welche Rolle spielen Open Source und transparente Algorithmen dabei?

Solange Social Media Plattformen von zentralen Entitäten kontrolliert werden, die bestimmen können, was veröffentlicht und was zensiert oder eingeschränkt wird, birgt das die Gefahr von Manipulation durch Dritte. Insofern halte ich die in der Frage beschriebenen Social Media Plattformmodelle für wichtig.

Du arbeitest viel mit Banken zusammen. Welche Rolle könnten Banken in einem Bitcoin-Standard überhaupt noch spielen? Und wie bewertest du in diesem Zusammenhang Entwicklungen wie den digitalen Euro?

Banken werden immer existieren, nur ihr Tätigkeitsfeld wird sich verändern. Es wird immer Menschen geben, die nicht 100% Eigenverantwortung übernehmen wollen und das ist auch okay! Auch hier sollte man die Freiheit des Marktes zu schätzen wissen.Erstaunlicherweise konnte ich bereits den ein oder anderen Vorstand von Sparkassen und Volksbanken orangepillen. Die Offenheit hat mich tatsächlich überrascht. Der digitale Euro ist aus meiner Sicht ein trojanisches Pferd, das bei erfolgter Implementierung dafür genutzt wird, die Bürger noch stärker zu kontrollieren. Wer für die Nutzung von CBDCs ist, kann niemals einen höheren IQ als den einer Schubkarre haben.

Zum Abschluss eine persönlichere Frage: Was ist dein Ikigai? Wo siehst du den roten Faden in deinem Wirken – eher in Bitcoin, in Finanzbildung, in Social Media oder ganz woanders?

Mein Ikigai ist die Möglichkeit in Tagträumen zu versinken. Ich war schon immer ein Tagträumer und werde immer einer bleiben! Die negative Konnotation ist aus meiner Sicht fehl am Platz – Tagträumer sind jene Menschen, die eines Tages die Welt verändern!

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